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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe XVI. Heereswesen.

aus vier ganz aufgeklappten Theilen, um das schnelle und leichte Packenzu befördern. Hergestellt ist er von dem MilitaireffeetenfabrikantenA. K. Reim zu Petersburg, dem Erfinder der impermeabeln Stoffe.Inwiefern diese Leinwandtornister, die an Leichtigkeit, bequemer Hand-habung etc. nichts zu wünschen übrig lassen, sich wirklich besser be-währen als die alten Kalbsfellranzen, ob sie namentlich die Wasserdich-tigkeit beibehalten, darüber kann wohl erst längerer Gebrauch ent-scheiden. Dasselbe gilt von den ausgestellten Brotbeuteln, die ausDoppelleinen gefertigt sind, dessen äussere Hülle impermeabel gemachtist. Es lässt sich aber wohl annehmen, dass die Behörde das Alte,Gute nicht eher bei Seite gestellt haben wird, bevor das Neue nicht alsbesser erprobt worden ist.

Als Kochgeschirr, auf der Tornisterklappe zu befestigen, dientein kleiner, gefällig geformter, runder, kupferner, innen verzinnterFeldkessel.

Auch noch andere Geräthe aus impermeabler Leinwand warenausgestellt, z. B. ein Wassereimer und ein Wasserkasten. Beide schonseit Wochen mit Flüssigkeit gefüllt, bekundeten ihre Undurchlässigkeitvollkommen. Herr Reim giebt an, dass nach seinem Verfahren dieverschiedentlichsten Stoffe präparirt werden könnten.

Zu erwähnen ist auch noch des von demselben Fabrikanten gemach-ten Versuches, dem neuen Tornister, ohne sein Gewicht zu vermehren,eine Einrichtung zu geben, dass er dem Soldaten im Bivouac alsschützende Lagerstelle und als bequemer Sitz dienen könne. Die Ideedazu rührt von Sr. königl. Hoheit dem Prinzen von Oldenburg her.Mit Recht wird hervorgehoben, dass das unmittelbare Lagern auf feuch-tem, kaltem Erdboden die Quelle vieler verderblichen Krankheiten sei.Abhilfe dafür soll nun eine an der Rückseite des Tornisters angebrachteRahmenvorrichtung geben, die mit Leinwand und Wachstuch bespanntund vermöge eines Charniers aufgeklappt, ein Lager schafft, dessenmittleren Theil der Tornister selbst bildet. Für Unterbringung derFüsse dient eine mit einer Tasche versehene Decke von Segeltuch, dieauch sonst noch als Windschirm und in Verbindung mit dem Tornisterals Tragbahre benutzt werden kann.

So anerkennenswerth aber auch die dem Vorschläge zu Grundeliegende Idee sein mag, dem Soldaten auf möglichst einfache Weiseeine schützende Feldlagerstelle zu verschaffen, so dürfte das schwerlichmit so nebensächlichen Einrichtungen praktisch ausführbar sein. Ab-gesehen davon, dass die schmale Tornisterlagerstelle keineswegsbequem sein kann, werden wohl auch die dünnen Rahmenstäbe ihremZwecke nicht lange genügen. Es möchte sich auch nicht empfehlen,den Tornister, den der Soldat gern so viel als möglich zu schützensucht, in Nässe und Koth zu lagern, um ihn, damit durchtränkt, wiederauf den Rücken zu nehmen. Die Urtheile über diesen Lagertornister