in Gruppe XVI. Heereswesen.
Die rothe Feldmütze, nicht gerade kleidsam und schön von Aus-sehen, mag doch an sich ganz brauchbar sein, sie entwickelt herunter-geklappt vorn einen Schirm, rückwärts eine Kackencapote.
An den Reitzeugstücken der Cavallerie, unter welchen drei Sattel-bockproben vertreten waren, fiel vor allem die Befestigung des Säbelsan dem Sattel auf. Dieser wird nämlich nicht am Leibgurt getra-gen, sondern durch eine an der linken Seite desselben angebrachteLederschleife gesteckt und oben mittelst eines, am oberen Trageriemenbefindlichen, eisernen Hakens befestigt. Für Auf- und Absitzen undwährend des Reitens bietet das nicht zu verkennende Vorth eile. Aberobgleich es allerdings zu ermöglichen, dass der Cavallerist beim Absitzenden Säbel auch an den Leibgurt haken kann — so bleibt es dochimmer etwas Bedenkliches, dem militairischen Gefühle Widerstrebendes,den Mann und seine Handwaffe principiell von einander zu trennen.Die sonst noch ausgestellten Fabrikate : Militairtuche und Uniformenvon Gebrüder Bauer in Pest, Lederwaaren und Stiefel von Gutt-mann & Iluszek schienen gute Waaren zu sein. Die von Kanizgelieferten Schuhe, zum Binden und Schnüren eingerichtet, stellten aberwohl nur Versuchsarbeiten dar.
Beszermenyi aus der Debrecziner Czismenmachergenossenschafthatte recht saubere und elegante Husarenstiefel eingesendet.
Russland. In einem stattlichen, an die Südgallerie der russischenAusstellung angelehnten Pavillon war die schöne und reichhaltige Samm-lung militairischer Gegenstände untergebracht, durch welche das rus-sische Kriegsministerium officiell und in so prägnanter Weise dargelegthat, welche mächtigen, die grösste Anerkennung verdienenden Fort-schritte das grosse Reich auf dem Gebiete des Heerwesens in letzterZeit gethan hat.
Das Museum der Generalintendantur, die Arsenale, die grossentechnischen Fabriken, die Werkstätten, die militairisch-wissenschaft-lichen Institute, sie alle hatten sich lebhaft betheiligt, um die Ausstel-lung auch auf dem Gebiete des Heerwesens zu einer in jeder Beziehung-hervorragenden zu machen..
So waren denn — und mit Dank muss dieses anerkannt werden —alle 4 Sectionen der 16. Gruppe recht gut bedacht worden. Im Be-reiche des Bekleidungswesens hatte die Generalintendantur zuvör-derst eine Anschauung von der Uniformirung der Armee gegeben undzwar in einer übersichtlichen Collection von schön ausgeführten colo-rirten Zeichnungen.
Dann waren sechs Figuren in der Bekleidung jener Regimentervorgeführt, deren Chefs Angehörige des österreichischen Kaiserhausessind und zwar: