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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe XVI. Heereswesen.

ehern alljährlich Himderttausende von Ellen Tuch, Millionen von EllenLeinen und von Centnern Leder verarbeitet werden, in industriellerund technischer Beziehung ein höchst bedeutendes sein. Die Besichti-gung seiner Anstalten ist daher für den Fachmann lohnend und beleh-rend. Die grossen Fabriken für Tuche, wollene und Callicotstoffe,die Niederlagen für die Rohmaterialien, die Zuschneideräume, dieArbeitslocale für Schuh- und Lederwaaren sind höchst praktisch ein-gerichtet und beuten die Maschinenkraft umfassend aus.

Sehr interessant sind namentlich die verschiedentlichen für Anfer-tigung der Fussbekleidung dienenden Maschinen. Es können damittäglich an 3000 Paar Schuhe fertig gestellt werden. Nähmaschinensind dagegen weniger vertreten. Die Tuch- und Leinenwaaren werdenin den Fabriksanstalten nur mittelst besonderer Bandsägemaschinenzugeschnitten (30 bis 40 Tuchlagen, 50 bis 60 Leinwandlagen). DasNähen erfolgt dann ausserhalb an verschiedentlichen Stellen in Wien,Brünn, Ofen und anderen Orten.

Die Pferdeausrüstung soll contractlich im Frieden für 30 000, zuKriegszeiten für 50 000 Stück gesichert sein.

Das Consortium Skene arbeitet mit ansehnlichen Capitalien undhat der Regierung eine beträchtliche Caution gestellt, die in einemgrossen Vorrathe von Montirungs- und Ausrüstungsstücken für dieKriegsaugmentation (mehrere Millionen Gulden an Werth) besteht.

Aus der Tuchfabrik von J. Quittner inTroppau war noch eineCollection Montuitücher, wie solche für die k. k. Landwehr geliefertworden, und ein Sortiment im Strich appretirter Tücher ausgestellt, vondenen die Fabrik Lieferungen an die Landesvertheidigungsbehörden,an die Gensdarmeriecommandos etc. ausgeführt hat. Die Waarenerschienen preiswürdig und billig und spricht es für das Renommee derFabrik, dass dieselbe allein im Jahre 1872 an 20 000 Garnituren Mon-tirungen für die Landesschützen vonTyrolund Vorarlberg anzufertigengehabt bat.

Ungarn ist nach Kräften bemüht gewesen, ein Bild seiner soeigenartigen Landeswehr (Honved) zu geben, und zwar in möglichsthervortretender Weise, um die an und für sich geringfügigeren Gegen-stände , welche sich meist auf Bekleidung und Ausrüstung erstreckten,vor dem Uebersehenwerden zu schützen. Es ist ihm das letztere voll-kommen gelungen durch das künstlerisch geschmackvolle Arrangementseiner Ausstellung für das Heerwesen, auf dem das Auge des Beschauersmit Wohlgefallen weilte. Der warme, patriotische Hauch, der auf demGanzen ruhete, bekundete deutlich, dass die Honved eben das Lieblings-kind der Nation ist, auf welche der Ungar mit Selbstgefühl und Wohl-gefallen hinblickt.