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Section I. Truppenausrüstiing und Bekleidung.
Der Schnitt der neuen Militairbloirsen hat aber für das Auge des Nicht-österreichers etwas Auffallendes und regt zu der Frage an, ob es, umUngebundenheit des Körpers zu erzielen, wohl nöthig sei, sich in sol-cher Weise von dem Geschmackvollen zu entfernen? Es dürfte wohlzu bezweifeln sein, dass ein solches, überaus weites, faltenreiches Ge-wand, welches dem Unterleibe nur eine geringe Hülle gewährt, geeig-net sei, ein zweckmässiges, wärmendes Kleidungsstück für unsere nörd-lichen Gegenden abzugeben.
Die Ledörwaaren erwiesen sich als durchaus musterhaft. Für dieFussbekleidung des Infanteristen ist es im Werke, liebendem bequemenSchuh den hohen Stiefel einzuführen. Stiefel und Schuhe werden inBezug auf Länge in 15, in Bezug auf Höhe in 22 Nummern angefer-tigt. Da sich die eine Zeit lang angewendeten Holzstifte zu leichtlockern, werden die Sohlen wieder in der früheren Weise mit Pechdrahtaufgenäht. Auch in Bezug auf den Stoff des Infanterietornisters istman zum Alten, zum Kalbsfell, zurückgekehrt, nachdem der Versuch,sie aus wasserdichtem Leinen zji erzeugen, nicht Erfolg gehabt hat.
Die Pferdeausrüstung ist recht praktisch, einfach und solide aus-geführt. Das gesammte Zaum-, Gurt- und Biemzeug ist aus leichtem,doch festem, derbem und biegsamem schwarzen Blankleder angefertigt.Die leichte Candare mit mittlerer Zungenfreiheit wird in zwei Breitengeführt. Der hölzerne Bocksattel, der normale für die gesammte öster-reichische Cavallerie, ist in neuerer Zeit, versuchsweise wie es scheint,mit eisernen Zwieseln versehen worden. Nach Maa^s der Kammer-höhlung und nach Stellung der Trachten werden vier Nummern vonSätteln geführt. Zur Sattelunterlage dienen kleine, an den Trachtenangebrachte Filzdeckeu und grosse, vierfach zusammengelegte weiss-wollene Woilachs. Der Sattel wird als bequem, gut sitzend, leicht zuverpassen bezeichnet, ein Urtheil, zu welchem nur genaue Prüfung, nichtaber oberflächliche Beschauung gelangen k^tin.
Die Fabrikate der Baumwollen- und Leinenindustrie bezeigtenebenfalls durchweg probegültig. Erst in neuester Zeit scheint manübrigens in Oesterreich dazu geschritten zu sein, für die Leibwäschedie aus gesundheitlichen Rücksichten so empfehlenswerthen baumwol-lenen Stoffe (Callicot) anstatt der derben, für die Transpiration desKörpers nachtheiligen Leinwand zu verwenden.
Unter den elegant und doch solide ausgeführten Metallwaarenmachten sich auch die kleinen geschmackvoll gearbeiteten Kochgeschirrebemerkbar.
Selbstverständlich muss ein Etablissement, in welchem der gesammteso verschiedentliche Bedarf an Bekleidungs- und Axisrüstungsstücken füreine so grosse Armee wie die österreichische hergestellt wird, in wel-