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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe XVI. Heereswesen.

ständigen Sortiment aller Arten von geschmackvoll und gut gearbeite-ten Officier uniformen zeigte das Etablissement noch in einer grossen,alle Waffengattungen des Heeres darstellenden Gruppe, dass es sichauch unter besonderen Verhältnissen mit der Fabrikation von Monti-riings- und Ausrüstungsstücken für die Truppen befasse. Währenddes Feldzuges im Jahre 1871 sind von ihm an 50 000 Uniformstückeangefertigt worden.

Saeger & Co. in Berlin führte seine unter dem Namenschwe-dische Jagdstiefel schmiere schon seit Jahren bekannte conser-virende wasserdichte Stiefel- und Lederschmiere vor. Das renommirteFabrikat soll allein im Jahre 1871 an 500 Centuer Absatz gehabt haben.

Jacobi in Weissenfels hatte eine Collection von Reitzeug undGeschirrleder für Cavallerie und Artillerie eingesendet, sein Fabrikaterfreut sich eines guten Rufes.

Die von Ileissler in München ausgestellten Panzerhemden ausdünnem Stahldrahte verdienen als eine Sonderbarkeit erwähnt zu wer-den. Die Güte der Arbeit mag über allem Zweifel erhaben sein nichtso ihre Verwendbarkeit in der Heutzeit. Die Angabe, dass bei einemGewicht von einigen Pfunden für jedes Hemd im Jahre 1871 doch nur6 Ctr. Federdraht verarbeitet worden seien, spricht dafür, wie wenigPanzergeschützte im letzten Feldzuge unter der Million deutscher Krie-ger zu finden gewesen sind.

Sehr interessant und an sich bedeutend war die Sammlung vonFiltrirapparaten aus plastisch-poröser Kohle von Bühring & Co.in Hamburg. Feldflaschen mit Wasserfiltern, Marschfilter in Metall-dosen und dergleichen. Der Hauptabsatz des Etablissements beziehtsich (wie dieses durch das für tropische Gegenden besonderen Werthhabende Fabrikat wohl bedingt wird) auf ausserdeutsche und überseeischeMärkte.. Die Wichtigkeit der hergestellten Objecte für militairischenGebrauch bezeugt sich aber dadurch, dass die Fabrik, welche doch nurEine von den producirenden auf diesem Gebiete ist, während des letztenFeldzuges allein für 195 000 Rmk. ihrer Erzeugnisse abgesetzt hat.

Oesterreich. In gleich ausgezeichneter wie umfangreicher Weisehatte die Gesellschaft für Heeresausrüstung von Skene undConsorten, welche von der Regierung mit Lieferung der gesummtenMilitaireffecten betraut ist, den Kaiserstaat vertreten. In einer gros-sen, geschmackvoll arrangirten Zusammenstellung, die leichten Ueber-blick gestattete, waren die mannigfachen Sachen vorgeführt, welchein den ausgedehnten Etablissements des Consortiums zur Anfertigungkommen. Die ausgelegten Tuchsorten entsprachen in Qualität desderben und doch nicht zu groben Materials und in Güte der Farbeallen Anforderungen für Militairmontirungsstoffe. Auch die muster-gültige Arbeit an den Bekleidungsstücken musste anerkannt werden.