Neue Quellen von Rohmaterialien f. d. chemische Industrie. 1025
Salzlagers angehöriges Salzlager mit einem Gehalt an Kalisalzen er-bohrt worden.
Zwei Meilen nordwestlich von Stassfurt, bei Tarthun, wurde vonHrn. Douglas in 231'4 m Tiefe Steinsalz erbohrt. Unmittelbar süd-lich von Westeregeln, eine Meile nordwestlich von dem erwähntenBohrloch, liegt der wichtigste Aufschluss des Hrn. Douglas. Unter125'9 m Gyps, Anhydrit und Salzthon traf man auf Glauberit(Na 2 SO 4 -f- Ca SO 4 ), (1'2 m mächtig, darunter 10'2 m Salzthon; 4'3 mStein- und Kalisalz; 21'4 m Salzthon; 5‘0 m Stein- und Kalisalze;14'5 m Salzthon; 37'5 m Stein- und Kalisalze; Tiefe im Ganzen 220 m.Im Salzthon liegen also vier verschiedene Salzüötze übereinander.Das zweite und dritte Salzflötz ist bei bedeutendem Kaligehalt ganzfrei von Chlormagnesium, an die Stelle des Carnallites ist Sylvin undKainit getreten; das tiefste Lager enthält Carnallit. Man hat Schächtezur Gewinnung der Kalisalze abgeteuft.
In Stassfurt wurden 1871 3 203 000 Centner Kalisalze und Kieserit,und 966 000 Centner Steinsalz gefördert. Die Zunahme der Förderungan Kalisalzen gegen 1870 beträgt 278 000 Centner. (Yergl. Seite 354dieses Berichts.)
Seit 1865 gewinnt man Brom in reichlicher Menge (250 bis 300Centner jährlich) aus den Mutterlaugen der Chlorkaliumfabrikation inStassfurt (vergl. S. 127 dieses Berichtes). Jod fehlt gänzlich. Sparsamkommt Stassfurtit [borsaures Magnesium und Eisen (Oxydul) mit Chlor-magnesium] vor (vergl. auch S. 335 und 354 dieses Berichtes).
Erfurt. Auf dem Johannisfelde 1 ) bei Ilversgehofen im KreiseErfurt durchsank man in dem 335 m tiefen Salzschacht im mitt-leren Muschelkalk fünf Steinsalzlager mit Zwischenmitteln von Anhy-drit, zusammen 31‘41 m mächtig; darunter liegt Anhydrit. DasLager lieferte 1871 455 990 Centner Steinsalz.
Es mögen noch die Funde von Steinsalz und Kalisalzen erwähntwerden, die, wenn auch noch nicht ausgebeutet, für die Zukunft vonBedeutung erscheinen 2 * * * * ).
Deutsches Reich. Im Zechsteingyps hat fiian in 68 Meter TiefeSteinsalz angetroffen und mit 6'3 m noch nicht durchsunken durchden Bergbau auf Kupferschiefer bei Hettstädt. In demselben Horizontewie die Stassfurter Salzlager liegen wohl die Salzlager, die man aufder Saline Schönebeck 8 ) an der Elbe am nordöstlichen Rande der
x ) von Declien, Die nutzbaren Mineralien und Gebirgsarten im DeutschenReiche. Berlin 1873, 694, und Sckmid, Ztg. geol. Ges. XVI, 149, 1864.
2 ) Nach von Dechen, loc. cit. 689 u. flgde. 8 ) Yergl. von Albert, Die
Steinsalzablagerung bei Schönebeck und Eimen. Ztschr. geol. Ges. XIX, 373,
1867. Das mindestens 63 m mächtige, aber von starken Thonmitteln unter-
brochene Salzlager von Eimen gehört dem Buntsandstein an.
Wiener Weltausstellung. III. 65
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