Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
1026
Einzelbild herunterladen
 

1026

Gruppe UI. Chemische Industrie.

Magdeburger Mulde in einer Reihe von Bohrlöchern in der Tiefevon 307 bis 442 m auffand. Im Bohrloch 9 war das in 343'7 mTiefe erreichte Steinsalz 361 m mächtig: darunter traf man einLager von Kalium- und Magnesiumsalzen von 25'1 m Mächtigkeit, wel-ches einem mindestens 106 m mächtigen zweiten Steinsalzlageraufliegt. Dahin gehört wohl auch das Vorkommen des Steinsalzes undder Kaliumsalze bei Tiede, Braunschweig. Man erreichte in 60 mTiefe ein 24 m mächtiges Lager von Kalium- und Magnesiumsalzen,darunter verschiedene Lagen von Steinsalz, Anhydrit und Magnesium-salzen, und bei 986 m ein noch nicht durchbohrtes Steinsalzlager.

Unter dem Sperenberger Gyps, 38 Km südlich von Berlin, hatman das Steinsalz in 88'8 m Tiefe erreicht und bis zu der bedeu-tenden Tiefe von 1271\8 m nur Steinsalz gefunden, so dass sicheine Mächtigkeit des Steinsalzes von 3769 rhein. Fass herausstellt * 1 ).Zwei andere Bohrlöcher in der Nähe erreichten das Steinsalz in 110 - 6und 115'8 m Tiefe.

Auch bei Segeberg, Holstein, erreichte man in 97'3 m Tiefe dasSteinsalz, das mit 21 - 7 m nicht durchsunken war. Das bei Inowraclaw,Regierungsbezirk Bromberg, in 130'24 m Tiefe erreichte und nichtdurchbohrte Steinsalzlager fand man 183'61 m mächtig. Andere Bohr-löcher in der Nähe trafen das Salzlager in 133 bis 134 m Tiefe. BeiWapno, Kreis Schubin, erreichte man in drei Bohrlöchern von 135 bis260 m Tiefe das Steinsalz, welches in einem Bohrloch mit 50 m nochnicht durchbohrt wurde.

Ein Bohrloch in der Nähe der beiden bei Hannover gelegenenSalinen Egestorffshalle und Neuhall hat neuerdings Kaliumsalze getroffen.Fester Gyps fand sich in 123 m, Steinsalz in 147'5 m Tiefe. Ueberdie Verbreitung der Kaliumsalze ist um so weniger bisher zu urtheilen,als in einem zweiten wenig entfernten Bohrloch das Steinsalz unmittel-bar unter dem Gyps erreicht wurde 2 ).

Kaliumsalze im Steinsalz.

Galizien, Kaluscz. Innerhalb der Salzlagerstätte von Kaluscz,südsüdöstlich von Lemberg, w;elche dem Miocän (Mitteltertiär) angehörtund aus Haselgebirge (Salzthon) besteht, treten ausser kleinen linsenför-migen Massen zwei grosse, 7 Klafter mächtige Linsen von Sylvin (K CI)auf, welche durch eine 6 Fuss mächtige Kainitlage getrennt wer-den. Im Nordwesttheil der Aufschlüsse verdrängt der Kainit den Syl-vin. Der Kainit tritt hier in zwei Horizonten auf, von denen einer 70,

B Roth nach Bunker in Pogg. Ann. CI1IL, 168, 1873. 2 )v.Dechen,

1. c. 806.