Neue (Quellen you Rohmaterialien für diechemische Industrie.
Von J. Roth,
Professor der Geologie an der Universität Berlin.
Der Versuch, kurz anzugeben, wie weit seit 1862 der chemischenIndustrie durch neue Aufschlüsse und Funde Rohstoffe geliefert wordensind, bedarf bei seiner Schwierigkeit kaum einer Entschuldigung derMängel. In dem von Daubree bei Gelegenheit der Pariser Ausstel-lung 1867 verfassten Bericht: Bapports du Jury international. Sub-Stances minerales (im Folgenden als Rapport citirt) lag ein ausgezeich-netes Vorbild vor, dessen Benutzung in ausgedehntem Maasse stattfand.Allein bei der wesentlich verschiedenen Tendenz war eine andereWeise der Darstellung geboten, die sich hier auf die knappsten An-gaben beschränkt. Für die auf das Deutsche Reich bezüglichen Datenwar das hervorragende Werk: Die nutzbaren Mineralien und Gebirgs-arten im Deutschen Reiche, von Dr. H. vonDechen, Berlin 1873, vonwesentlichem Belang. Ausserdem wurden R. Wagner’s technologischeBerichte und nach Kräften die einschlägigen Bücher und Journale be-nutzt. Nach Möglichkeit -sind statistische Notizen eingeflochten; fürdie Angaben sind die Quellen sorgfältig angeführt.
So allgemein bedeutende Thatsachen, wie Daubree sie seinemBericht voranstellen konnte, die Auffindung des Goldes in Californien(1848) und in Australien (1851), hat, abgesehen von der so rasch er-höhten Production der Edelmetalle in den westlichen Theilen der Verei-nigten Staaten, der gesteigerten Production der Eisenerze, der Brenn-stoffe und des Petroleums, dieser Bericht nicht aufzuführen. Für dasDeutsche Reich ist die erhöhte Ausbeutung der Stassfurter Salzlagerund der dortigen Kalisalze, die Erbohrung und theilweise Ausbeutungvon mächtigen Steinsalzlagern bei Sperenberg, Segeberg, Wapno, Ino-wraclaw und Erfurt als reicher Gewinn zu bezeichnen, dessen Wirkun-gen zum Theil noch der Zukunft angehören.