1022
Gruppe III. Chemische Industrie.
in jedem beliebigen Verhältnisse legiren lasse, und dass die resultirendenLegirungen wie Magnesium zu Draht und Band verarbeitet werdenkönnen. Die Legirung mit 5 p. 0. Thallium ist geschmeidiger alsThallium und haltbar, während die thalliumreicheren Legirungen sichleichter oxydiren. Alle diese Legirungen verbrennen langsamer undweniger lebhaft, als reines Magnesium; die Flamme ist Heiner und widerErwarten, selbst bei einer Legirung mit 50 p. C. Thallium, fast weiss.
Auf eine andere Eigenschaft von Thalliumverbindungen hatBött-ger 1 ) aufmerksam gemacht. Wenn man braunes Thalliumoxyd, welchesauf einfache Weise durch Digestion von frischgefälltem Thalliumchlorürmit einer Auflösung von unterchlorigsaurem Natrium erhalten wird, mitSchwefel ziemlich stark zusammenreibt, so findet eine Explosion unterEntzündung des Schwefels statt. Nimmt man aber statt des Schwefelscirca den achten Theil des Gewichts von Trioxyd an Schwefelantimon,so entzündet sich die Masse bei schwacher Reibung ruhig, ohne jeglicheExplosion. Es dürfte diese Beobachtung, wenn das Thallium billigergeworden ist, gewiss vortheilhafte Verwendung in der Zündwaaren-fabrikation finden.
Schliesslich sei noch erwähnt, dass auch der Versuch gemachtworden ist, Thallium Verbindungen in die Farbenindustrie einzuführen.Auf der Londoner Ausstellung 1871 haben Windsor und Newton 2 )Thalliumchromate, grüne Thalliumfarben (ebenfalls Chromverbindungen)und eine dunkelbraune Schwefelverbindung des Thalliums zur Verwen-dung in der Malerei ausgestellt.
B Böttger, Polyt. Notizblatt 1867, 273. 2 ) “Windsor und Newton,
Deutsche Industriezeitung 1871, 418, aus: Monit. scientif. 1871, 723.