Platin und Platinmetalle.
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Palladium als eine Legirung von Palladium mit metallischem Wasser-stoff — Hydrogenium — zu betrachten sei und suchte aus den phy-sikalischen Eigenschaften der Legirung die physikalischen Constantendes metallischen Wasserstoffs zu ermitteln. Aus der neuen Legirung hatteer Medaillen prägen lassen und an seine Freunde vertheilt. Später habensich mit dieser merkwürdigen Erscheinung noch unter Anderen P o g g e n -dorf 1 ), Dewar 2 ), Roberts 3 ), Lisenko 4 ) und Favre 5 ) beschäftigt.
Iridium. Das Iridium hat, in Folge eines Vorschlages von Frick 6 ),eine vortheilhafte Verwendung in der Porcellanmalerei gefunden. Esgiebt eine ausgezeichnet schöne schwarze und graue Farbe, die sichmit vielen anderen Porzellanfarben gleichzeitig verarbeiten lässt, ohneauf dieselben störend einzuwirken. Man wendet es in Form von reinemSesquioxyd, zur Herstellung grauer Nuancen meist mit Zinkoxyd ge-mischt, an. Iridiumspitzen sind ferner mit Vortheil als Polende beigalvanischen Batterien benutzt worden.
Osmium. Die Legirung von Osmium und Iridium, welche beimAuflösen des Platinerzes in Königswasser zurückbleibt oder bei derBearbeitung der goldhaltigen Osmium-Iridium-Erze Californiens erhaltenwird, hat, wie schon erwähnt, Anwendung zur Herstellung von Spitzenfür Schreibfedern gefunden. Capitän Johnson empfahl diese Legirungals geeignetes Material für die Zapfen und Spitzen, auf denen die Nadelnder Schiffscompasse mittelst ihrer Hütchen aufliegen, da sie hart, un-biegsam, nicht magnetisch und nicht oxydirbar ist. Heräus empfiehltosmiumsaures Kalium bei Trinkwasseruntersuchungen als Reagens aufstickstoffhaltige Bestandtheile. In der Mikroskopie findet Osmiumsäurevielfach Anwendung zur Schwärzung der Präparate.
Die übrigen Metalle, Rhodium und Ruthenium, haben bisherwegen ihrer Seltenheit und der Schwierigkeit ihrer Darstellung keinepraktische Verwerthung gefunden. Auf eine interessante Eigenschaftdes metallischen Rhodiums haben Deville und Debray kürzlichin einer vorläufigen Notiz aufmerksam gemacht. Wenn man Rhodiumaus seinen Lösungen durch Ameisensäure oder Alkohol ausfällt, so hatdas erhaltene feine Pulver die Eigenschaft, unter Wärmeentwickelungdie Ameisensäure in Wasserstoff und Kohlensäure zu zerlegen. DieseWirkung ist nahezu continuirlich; beginnt sie schwächer zu werden,
*) Po ggendorff, Berl. Akad. Ber. 1869, 118; Ber. chem. Ges. 1869,
74. 2 ) Dewar, Phil. Mag. [4] XXXVII, 24. 3 ) Roberts, Phil. Mag.
[4] XXXYIII, 51. 4 ) Lisenko, Ber. chem. Ges. 1872, 29. 6 ) Favre,
Compt. rend. LXXVI1I, 1257. «) Frick, Pogg. Ann. XXXI, 17.
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