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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Platin und Platinmetalle.

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von dem Ilandelswerthe des Platins, dass die russische Regierung sich imJahre 1845 genöthigt sah, die Prägung von Platinmünzen einzustellenund die vorhandenen einzuziehen. Es waren im Ganzen an Platin-münzen ausgegeben worden 4146 504 Rubel (4746 Rubel ä Pud),wovon 3 263 292 Rubel an die Staatscasse zurückgeliefert wurden. InFolge der Aufhebung der Platinmünzen sank die jährliche Ausbeutebedeutend, so dass, während früher durchschnittlich jährlich 100 Pud,im Jahre 1843 sogar 210 Pud an die Regierung abgeliefert worden,die jährliche Ausbeute in den nächsten zehn Jahren nur etwa 40 Pudbetrug. Im Jahre 1858, als die Platinpreise wieder constant zu steigenanfingen und in Folge dessen auch die Ausbeute am Ural eine grösserewurde, hat man die Idee der Platinmünzen wieder aufgenommen, um diein der Petersburger Münze als todtes Capital aufgehäuften Vorräthe vonca. 900 Pud zu verwerthen. Eine zu diesem Zwecke zusammenberufeneCommission erklärte sich jedoch definitiv gegen die Wiedereinführungder Platinmünzen, hauptsächlich aus den Gründen, welche früher schonden ersten Versuch hatten scheitern lassen. Es wurde nun um be-stehende Missverhältnisse aufzuheben die Platinindustrie des Landesfreigegeben, und die obligatorische Reinigung des Rohplatins durchden Münzhof aufgehoben. Wie veränderlich seitdem die jährlicheProduction von Platinerz im Ural war, geht aus folgenden Zahlen her-vor: Es wurden producirt: 1862 : 142 Pud 1 Pfd.; 1863 : 30 Pud 2 Pfd.1864:24 Pud 9 Pfd.; 1865:138 Pud 32Pfd.; 1867:107 Pud 38 Pfd.;und 1871 :125 Pud 6 Pfd.

Von nicht unbedeutendem Einflüsse auf die Entwickelung der Platin-industrie waren die mehrere Jahre fortgesetzten Untersuchungen, welchedie französischen Chemiker Sainte-Claire-Deville undDebray überdas Platin und die Platinmetalle angestellt hatten. Diese Arbeitenlieferten eine reiche wissenschaftliche Ausbeute durch Vermehrung derKenntnisse dieser Metalle; sie lehrten das Platin in grösseren Massenschmelzen und zeigten die Möglichkeit, die Herstellung desselben wieder Legirungen des Platins mit seinen Begleitern durch Einführung destrocknen Weges zu vereinfachen.

Lange Zeit galt das Platin für unschmelzbar; erst als nach Ent-deckung des Sauerstoff- irnd Wasserstoffgases man mittelst des Knall-gasgebläses Temperaturen erzielte, welche alle bis dahin angewandtenHitzegrade bedeutend übertrafen, war die Möglichkeit zur Schmelzungvon Platin gegeben. Verschiedene Angaben über die auch mit Be-nutzung anderer Wärmequellen gelungene Schmelzung von Platin sinddarauf zurückzuführen, dass sich bei diesen Versuchen eine leichterschmelzbare Legirung von Platin mit Kohle oder Silicium gebildethatte. Hierher gehören die Angaben von Lavoisier 1 ), der kleine

*) S. den Aufsatz über die Elemente des Wassers von Prof. Oppen-heim, S. 1 dieses Berichtes.

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