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Gruppe III. Chemische Industrie.
des Platins beschäftigte, lehrte x ) die Schweissbarkeit des Platins undlegte dadurch den Grund zu der Platinindustrie. Sein Verfahren,welches mit unwesentlichen Aenderungen in den mechanischen Vor-richtungen , noch heute in Anwendung ist, besteht darin, dass derlockere, durch Glühen des Platinsalmiaks erhaltene Platinschwammzerrieben, mit Wasser zu einem Brei vermengt und in einem Messing-cylinder mittelst eines stählernen Stempels stark zusammengepresstwird. Der entstandene Platinkuchen wird erst schwach geglüht undalsdann bei möglichst hoher Temperatur in einem scharf ziehendenWindofen erhitzt und noch glühend mit schweren Hämmern bearbeitet.
Dass die auf diese Weise ermöglichte leichte Bearbeitung desPlatins, die Einführung von Platingefässen (Tiegeln, Schalen, Retor-ten u. s. w.), Platinblech und Platindraht in die chemischen Laboratorien,einen bedeutenden Einfluss auf die Entwickelung der Chemie, insbe-sondere der Mineralchemie ausgeübt hat, ist jedem Chemiker bekannt.Die Unschmelzbarkeit des Platins bei den gewöhnlich in den Labora-torien angewandten Temperaturen, dessen Unveränderlichkeit und Wider-standsfähigkeit gegen die meisten Reagentien ermöglichte eine MengeOperationen, welche früher wegen Mangels eines passenden Gefässesgar nicht oder doch nur nach Ueberwindung zahlreicher Schwierigkeitenausgeführt werden konnten. Aber auch die chemische Industrie hatgrössere Platingefässe zu ihrem Vortheil benutzt; es ist hierbei nur andie Einführung der kostspieligen Platingefässe in die Schwefelsäure-fabriken und die Anstalten für Scheidung der edlen Metalle zu erinnern.Besonders nahm sich die russische Regierung, veranlasst durch denPlatinreichthum des Uralgebirges, der Platinindustrie an. In Peters-burg ward eine grosse Anstalt zur Herstellung von reinem Platin aus demErz ins Leben gerufen. Jedoch war die Verwendbarkeit des neuen edlenMetalls doch im Ganzen nur eine geringe und stand nicht in richtigemVerhältniss zu der jährlich aufgefundenen Menge desselben. Als daherim Jahre 1827 2 ) die Platinvorräthe auf der Petersburger Münze sichzu einer beträchtlichen Menge (11 Pud) angesammelt hatten, suchtedie Regierung diesen Vorräthen durch Verwendung des Platins alsMünzmetall Absatz zu schaffen. Die iieue Münze, welche übrigens nurin freiwilligen Umlauf gesetzt wurde, so dass Niemand zu deren Annahmeverpflichtet war, bewährte sich jedoch nicht, hauptsächlich wegen derSchwierigkeit, bei der völligen Unsicherheit der Platinpreise im Handel,einen constanten Münzwerth festzustellen. In der. That differirte baldder für die Platinmünzen angenommene Nominalwerth so bedeutend
x ) Schon früher hatte Ohabaneau das Platin mit bestem Erfolge inBarren darzustellen versucht; seine Erfindung blieb aber ohne Folgen undgerieth in Vergessenheit. 2 ) Vergl. die Schrift: Im Ural und Altai, Brief-wechsel zwischen Al. v. Humboldt u. Graf v. Cancrin. Leipzig, Brock-haus 1869.