Antimon. 985
arbeiteten und die Typenerneuerung bei den Buchdruckereien eine be-schränkte war. Im Jahre 1866 steigerte sich die Verwendung, aberdie Preise blieben, namentlich wegen des niedrigen Standes der öster-reichischen Valuta, billige. 1867 nahm jedoch der Antimonhandeleinen Aufschwung und 1869 und 1870 trat eine erhebliche Preisstei-gerung ein, da die Zufuhr von Borneo-Erzen ausgeblieben war unddie ungarischen Werke den Bedarf nicht zu decken vermochten. Dieseverstärkte Nachfrage hatte namentlich ihren Grund in der Verwendungdes Goldschwefels bei der Kautschukfabrikation und derjenigen derAntimonsäure zur Erzeugung des Anilingelbs 1 ) und des Anilin-roths 2 ). Im Jahre 1871 trafen wieder starke Antimonerzlieferungenaus Borneo ein, in Folge deren die Preise etwas zurückgingen 3 ). NachC. Stölzel 4 ) betrug 1873 in Milleschau (Böhmen) der Verkaufspreisfür Regulus 45 fl. österr. W. (90 Mark), für Antimonium crudum24 fl. österr. W. (48 Mark) pro 50 Kg.
Die Auszeichnungen für Antimonerze auf der Wiener Weltaus-stellung, sowie für Ausbringung des Metalles aus denselben, sind unterGruppe I „Bergbau und Hüttenwesen“ vermerkt. Vergl. auch dieAuszeichnungen für „chemische Präparate“, und für „pharmaceutischePräparate“.
!) Schiff, Untersuchungen über metallhaltige Anilinderivate, 112;Dingl. pol. J. CLXX, 157 ; Wagn. Jahresber. 1863, 595. 2 ) Sieberg, Dingl.
pol. J. CLXXI, 366; Wagn. Jahresber. 1864, 534. 3 ) Vergl. Gehe & Co.,
Dresden, Droguenber. 1862 bis 1871. 4 ) Stölzel, Ber. d. deutsch. Central-
Commission über die Wiener Weltausstellung. Gruppe 1, Sect. 3, 97.