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Gruppe III. Chemische Industrie.
zustellen , bringt man nach C. Sieb erg 1 ) fein gepulvertes Antimonmit rauchender Salpetersäure zusammen und zwar in Schüsseln ausSteinzeug, die, um ihr Zerbrechen zu verhindern, mittelst Cement ingusseiserne Schüsseln.von derselben Gestalt eingesetzt sind. Die ent-stehenden Dämpfe von Untersalpetersäure führt man in die Bleikam-mer. Jede Schüssel wird nach dem Yorwärmen mit 3 Kg Antimonbeschickt und nach und nach je 1 Kg Salpetersäure zugegeben, bisdie Reaction vorüber'ist, wozu 14‘5 Kg rauchende Säure von 1’44Yol.-Gew erforderlich sind. Die Oxydation dauert bis 3 / i Stunden underfordert anhaltendes Umrühren, welches noch J / 2 Stunde länger fort-gesetzt werden muss. Die erhaltene Antimonsäure wird zu je 50 Kgin eisernen Retorten gelinde geglüht, bis jede Spur Salpetersäure undWasser entfernt ist; sie bildet ein schön gelbes Pulver und wird, nochehe sie ganz erkaltet ist, zur Fabrikation des Anilinroths verwendet.
Die Antimonverbindungen werden ferner seit ältester Zeit undnoch heute in ausgedehnter Weise als Medicamente benutzt und ins-besondere bildet der Brechweinstein ein viel gebrauchtes Brechmittel.Antimonsulfür findet als Ant. crud. Anwendung in der Feuer-werkerei und zur Darstellung gewisser Zündsätze, z. B. bei derBereitung der Zündpillen für die Zündnadelgewehre, bei derHerstellung der schwedischen Streichhölzer etc. Das auf nassemWege erhaltene Antimonsulfür bildet in der Neuzeit ein beliebtes Vul-canisirungsmittel für Kautschuk, dem es gleichzeitig eine roth-braune Farbe ertheilt. Der sogenannte Antimonzinnober findetAnwendung als Oel- und Wasserfarbe. R. Wagner 2 ) schreibt dem-selben auf Grund angestellter Analysen die Zusammensetzung 2 Sb 2 S 3 ,Sb 2 0 3 zu, während Akermann 3 ) ihn für reines Antimonsulfür,Sb 2 S 3 , hält. Uebrigens vermag der Antimonzinnober nach R. Wagner’sBeobachtung 4 ) selbst in gut ausgewaschenem, lufttrocknem Zustandebei der Aufbewahrung in verschlossenen Gefässen binnen Jahresfristin ein schwarzes Pulver überzugehen. Antimonchlorür dient in derHeilkunde als intensives Aetzmittel. Seine Lösung giebt beim Fäl-len mit Kaliumferrocyanid einen kornblumenblauen Niederschlag, dervon R. Böttger 5 ) als Farbe empfohlen wurde. Nach Kraus 6 ) bestehtdieser Niederschlag aus einer dem Berlinerblau ähnlichen Cyaneisen-verbindung, die frei von Antimon ist und ebensogut mit Quecksilber-chlorid erzeugt werden kann.
Handel. In den Jahren 1862 bis 1865 herrschte im Antimon-handel auffallende Flauheit, namentlich weil die Schriftgiesser schwach
] ) Sieberg, Dingt. pol.J. CLXXI, 366; Bullet.de la sociöte cliim. 1864,
I, 136; Wagn. Jahresber. 1864, 281. 2 ) Wagner, Jahresber. 1858, 235.
8 ) Akermann, Journ. pr. Chem. 86, 57; Wagn. Jahresber. 1862, 330.
4 ) Wagner, Jahresber. 1862, 330. B ) Böttger, Polyt. Notizbl. 1872,
No. 7; Dingt, pol. J. CCIV, 160. °) Kraus, Dingt, pol. J. OCIX, 28.