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Yon Theodor Goldschmidt*),
Fabrikbesitzer in Berlin.
Das Zinn findet in der Färberei und Zeugdruokerei eine ausge-dehnte Anwendung. Die Salze des Zinns bilden mit gewissen FarbstoffenVerbindungen (Lacke), die sich mit der Seide-, Wolle- und Baum-wollefaser vereinigen und besonders lebhafte Farben liefern.
Das Zinn gehört zu den seltenen Metallen. Es wird vorzugsweisevon Holland und von England aus in den Handel gebracht. Das vonHollandausauf den Markt gebrachte Zinn stammt von den Inseln Ban caund Biliton, zwei, den Holländern gehörigen Sundainseln. Das Banca-Zinnist vonMulder * 2 ) untersucht worden. Derselbe hat seine Untersuchungauf etwa 20 Gruben ausgedehnt; nach derselben enthält dasselbe nichtmehr als etwa 4 Zehntausendstel Verunreinigungen an fremden Me-tallen, und es wird daher als ein besonders reines Zinn von Chemikernund Fabrikanten sehr geschätzt.
Das Vorkommen von Zinn auf der Insel Banca soll im Anfang desvorigen Jahrhunderts entdeckt worden sein.
Es findet sich daselbst sowohl als Stromzinn, wie auch in Gängen;gegenwärtig wird nur ersteres verarbeitet.
Im Jahre 1829 ist das erste Banca-Zinn in Holland eingefiihrtworden; die Einfuhr betrug 494 Block, der Block durchschnittlich zu35 Kg. Schon im nächsten Jahre war die Einfuhr auf 9 420 Blockgestiegen.
Die Einfuhr steigerte sich dann schnell und erreichte im Jahre1856 die Höhe von 207 055 Block, das grösste Quantum Banca-Zinn,
!) Der kenntnissreiche, von Freunden und Fachgenossen hochgeschätzteVerfasser dieses Aufsatzes ist leider kurz nach Abfassung desselben ver-storben. Verschiedene Zusätze, welche er noch in Aussicht gestellt hatte,sind auf diese Weise verloren gegangen. Theodor Goldsclimidt war am4. Juni 1817 in Berlin geboren; er starb ebendaselbst am 4. Januar 1875.
A. W. H.
2 ) Mulder, Pharm. Centr. 1849, 481.