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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Wismuth. 963

fertigt, die, anstatt der Graphitstifte, zum Schreiben auf besonders prä-parirtem, mit Knochenasche überzogenem Papier dienen.

Einen nicht unwesentlichen Wismuthverbrauch hat auch die Ein-führung der Porcellanliisterfarben mit sich gebracht, welcheursprünglich von Brianchon herrührt. Ueher die Decoration mitdiesen Lüstern hat Salvetat anlässlich der Pariser Ausstellung 1867referirt J ). Der Wismuthlüster dient theils für sich als glänzender,farbloser, irisirender Ueberzug auf Porzellan, theils als Bestandtheilverschiedener Combinationslüster, z. B. des Wismuthoxyd - Chromoxyd-lüsters, der citronen- bis schwefelgelb ist. Man kann den Wismuth-lüster nach Schwarz * 2 ) darstellen, indem man 1 Thl. basisches Wis-muthnitrat mit 6 Thln. Harz verreibt und das Gemisch im Sandhademöglichst gelinde erhitzt, bis nur noch eine geringe Menge Ungelöstesfühlbar ist. Hierzu wird dann eine geeignete Menge Lavendelöl ge-setzt. Zweckmässig ist folgendes Mischungsverhältniss: 0'23 g Wis-muthsalz, 1'53 g Harz, 3'20 g Lavendelöl. Setzt man zu WismuthlüsterGlanzgold und zwar in solchem Yerhältniss, dass auf 1 Thl. metalli-sches Gold, 1 Thl. Wismuthoxyd kommt und der gemischte Lüsteretwa 5 p. C. Gold und 5 p. C. Wismuthoxyd enthält, so bekommt maneinen ausgezeichnet schönen Kupferlüster mit goldig - kupferfarbenemReflex. Werden auf 1 Thl. Gold 2 bis 3 Thle. Wismuthoxyd ange-wendet, so erhält man beim Einbrennen einen mehr blanvioletten,spiegelnden Ueberzug, der aber noch immer goldigen Reflex zeigt.Ueberwiegt das Gold, so dass etwa 2 Thle. Gold auf 1 Thl. Wismuthkommen und verdünnt man die Mischung bis zu V 2 bis P- C. Gold-gehalt, so erhält man beim Aufbrennen ein reines Rosenroth. Waltetdagegen das Wismuth vor (3 bis 4 Thle. Wismuthoxyd auf 1 Thl. Gold),so entsteht nach dem Verdünnen und Auf brennen ein sehr schönes,helles Blau. Bei der röthlichen Nuance empfiehlt sich als Verdünnungs-mittel Schwefelbalsam, bei Blau kann man ohne Bedenken Lavendelölbenutzen.

Uebrigens sind die Wismuthverbindungen noch weit ausgedehntererVerwendung fähig, als sie bis jetzt gefunden haben. So dürfte dasWismuthnitrat, in Folge seiner ätzenden Eigenschaften, in vielenFällen den theuren Höllenstein zu ersetzen im Stande sein; es lässt sichdasselbe, allerdings unter theilweisem Zerfallen in basisches und sauresSalz, in gelinder Hitze schmelzen und gleich dem Silbernitrat in Stan-gen giessen, die, wenn der Hitzegrad richtig getroffen war, vollkom-mene Festigkeit besitzen und stark ätzend wirken. Besonders aberverdient das Wismuthoxyd als geeignetes Material für die Herstel-

l) Salvetat, Bullet, de la Soeiöte dencouragement 1867, 490.

2 ) Scliwarz, Dingl. pol. J. CXCVII, 251; D. Ind. Ztg. 1870, 358; Wagn.Jahresber. 1871, 304 u. 309.

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