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Gruppe III. Chemische Industrie.
Figur der Arenen ward 1 ). Zu bemerken ist, dass man das basische"Wismuthnitrat zuweilen mit Calciumphosphat verfälscht.
Nicht unbeträchtliche Mengen Wismuth dienen ferner zur Darstel-lung leichtflüssiger Legirungen, die man in den verschiedenartigstenVerhältnissen zusammensetzt und deren Schmelzbarkeit demgemässeine wechselnde sein kann. Die Legirung von 8 Thln. Wismuth, 5 Thln.Blei, 3 Thln. Zinn (Newton’s Metall) schmilzt bei 94’5°, diejenige von2 Thln. Wismuth, 1 Thl. Blei, 1 Thl. Zinn (Rose’s Metall) bei 93'7°die von 5 Thln. Wismuth, 3 Thln. Blei, 2 Thln. Zinn bei 91'6°. EinZusatz von Cadmium vermag die Schmelzbarkeit noch zu erhöhen; soschmilzt die Leg.irung von 15 Thln. Wismuth, 8 Thln. Blei, 4 Thln.Zinn, 3 Thln. Cadmium (Wood’s Metall) schon bei 68°. Noch tiefersinkt der Schmelzpunkt, wenn man diesen Metallgemischen Quecksilberzufügt. Es dienen diese Legirungen zum Abklatschen (Clichiren)von Holzschnitten, Druckformen, Stereotypplatten, und sie eignen sichfür diesen Zweck ganz besonders, nicht allein ihrer leichten Schmelz-barkeit halber, sondern auch, weil sie sich beim Erstarren beträchtlichausdehnen und sich dabei in die feinsten Vertiefungen eindrücken.Nothwendig ist hierbei, dass man den Abklatsch erst dann nimmt,wenn das Metall der Erstarrungstemperatur nahe kommt und teigig zuwerden beginnt. Ueberhaupt ist das Erstarren solcher Legirungenmit einer nicht unbeträchtlichen Kraftwirkung verbunden; giesst mansie in flüssigem Zustande in Glasgefässe, so werden diese beim Starr-werden des Metalls mit ziemlicher Heftigkeit zersprengt und die kry-stallisirende Legirung zeigt hierbei dieselbe treibende Wirkung, wiez. B. gefrierendes Wasser, eine Eigenschaft, die unter gewissen Um-ständen vielleicht verwerthet werden könnte.
Auch als Schnellloth finden diese Legirungen Anwendung undsie gestatten das Löthen unter heissem Wasser, dem man dabei einigeTropfen Salzsäure zuzusetzen hat. Platten aus einer Legirung vonWismuth, Blei und Zinn, die man von einem bestimmten Schmelzpunktherstellen kann, hat man auch als Sicherheitsverschluss beiDampfkesseln angebracht. Sobald der Dampf eine ihrer Schmelz-temperatur entsprechende Spannung erreicht, schmelzen sie und diegebildete Oeffnung gestattet dem Dampf freien Austritt. Brooks 2 )(französ. Patent vom 23. Mai 1872) will einen zur Anfertigung vonKlingen tauglichen Stahl hersteilen, indem er 34 Thle. Bessemereisenmit 34 Thln. Gusseisen, 56 Thln. Flussspath, 15 Thln. Mangan, 32 Thln.Holzkohle und 28 Thln. Wismuth zusammenschmilzt (!). LeichtflüssigeWismuthlegirungen benutzt man endlich zum Anlassen des gehär-teten Stahls, wie man auch die bekannten Schreibstifte daraus an-
*) Gehe & Co., Droguenber. April 1866. 2 ) Brooks, Ber. ehern. Ges.
1873, 1478; Dingl. pol. Jonrn. CCXI, 322.