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Gruppe III. Chemische Industrie.
lung specifiseh schwerer, stark lichtbrechender Gläser die höchsteAufmerksamkeit. Flintglas und Strass, in denen das Blei durch Wis-muth ersetzt war, zeigten ein ungleich höheres Lichtbrechungsvermögen,als die entsprechenden Bleigläser, und überdies lässt sich das Wisnmth-oxyd in erheblich grösserer Menge in diese Silicate einführen, ohnedass diese, wie bleireiche Gläser, allzuweich werden und in schwefel-wasserstoffhaltiger Atmosphäre anlaufen. Auf diese Weise gelingt es,Gläser von sehr hohem Yolumgewicht darzustellen; wird ausserdem indenselben das Kalium durch Thallium ersetzt, so erhält man ein Pro-duct von Yolumgewicht 5'0 bis 5'2, welches in geschliffenem Zustandedas wundervollste Farbenspiel zeigt. Die Einführung des Wismuthsund wo möglich auch die des jetzt leicht zu beschaffenden Thalliumsin die optischen Werkstätten dürfte eine ganz ausserordentliche Ver-besserung der optischen Instrumente zur Folge haben, wie denn dasWismuth-Thalliumglas auch den jetzigen Pierre de Strass an Schön-heit weit übertreffen würde.
Handel. Während das Wismuth in früherer Zeit ungefähr denWerth des Zinnes hatte und bei der geringen Menge, in der es erzeugtund verwendet wurde, im Handel eine ganz untergeordnete Rollespielte, hat sich dies seit einer Reihe von Jahren beträchtlich geändert.1858 trat eine plötzliche Werthserhöhung des Wismuths ein und seinPreis stieg bis zum Jahre 1862 von 6 Mark auf 18 Mark pro Kilo-gramm. Yon diesem Zeitpunkte eben datirt die Verwendung des Wis-muths als Medicament in der heutigen, ausgedehnten Weise, und esnahm diese anfänglich so überhand, dass die Production nicht aus-reichte und man sich vorübergehend zur Zurückgewinnung des Wis-muths aus von früher vorhandenen Legirungen genöthigt sah, bis Pro-duction und Consum sich gegeneinander ins richtige Verhältnissgestellt hatten. Aber auch dann noch blieb der Wismuthhandel inso-fern ein schwieriger, viele Umsicht erfordernder, als eine plötzlich auf-tretende Dysenterie stürmische Nachfrage und rapides Klettern derPreise herbeizuführen vermochte, worauf zuweilen eben so schnell undauf unbestimmte Zeit ein totaler Geschäftsstillstand folgte. In unge-fährem Durchschnitt kann man annehmen, dass der Preis eines Kilo-gramms Wismuth während der letzten Jahre zwischen folgenden Ziffernschwankte:
1865
22 Mark .
1870
26 Mark
1866
27
»
1871
25 „
1867
30
n
1872
21 „
1868
36
w
1873
20 „
1869
38
n
1874
18 „