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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

lien, sowie in Australien Wismutherze entdeckt und zu gewinnen ge-sucht, theils aber ist das Vorkommen ein so spärliches, theils die Ver-unreinigung der Erze mit Blei, Kupfer, Zinn oder Antimon eine sobeträchtliche, theils endlich der Abbau ein so schwieriger, oder derTransport ein so kostspieliger, dass dieselben bis jetzt nur in unter-geordneter Menge zur Verhüttung gelangt sind. So hat man nachA. Carnot 1 2 ) in Frankreich, südlich von Meymac (Correge), in einemquarzigen Gange, der durch granitisches Gestein streicht, Wismutherzegefunden, die das Wismuth als Metall, Sulfid und Hydrocarbonat ent-halten, gleichzeitig aber auch Arsen' Antimon und Blei führen; fernertritt nach Forbes 3 ) in zwei Dritteln der Höhe des Illampu, des höchstenBerges der Anden (25 000 Fuss hoch), ein Wismutherz mit 5 p. C.Tellurgehalt auf, dessen Gewinnung nur mit grossen Schwierigkeitenmöglich sein würde; endlich findet sich antimonhaltiges Schwefel wismuthin einer Bergkuppe, die zu dem 19 000 Fuss hohen Chovolque inBolivia(Provinz Chichas) gehört. Das Erz ist mit viel Quarz und etwasKupferkies gemengt, sein Gehalt beträgt 18 bis 20 p. C., der des reinenErzes über 40 p. C. Der Gang ist wenig mächtig und nur auf einekurze Strecke untersucht. (Carl Francke, San Jonquin, ProvinzChichas, Bolivia) 3 ).

Die natürlichen Wismuthvorkommnisse sind insbesondere:

1. Gediegen Wismuth, kommt häufig federförmig krystallisirtvor, so namentlich in Schneeberg (Federwismuth). Meist ist es vongrosser Reinheit, dasjenige von Schneeberg, bis auf einen geringenArsengehalt, vollkommen rein. Nach L. Svanb erg 4 ) enthält gediegenWismuth von Greyers Klack in Dalekarlien (Schweden):

I.

II.

(Cleve)

(Feilitzen)

Wismuth . .

. 95-16

9F15

Eisen . . .

. 1-80

4-03

Schwefel . .

. 1-42

2-28

Quarz....

. 0-23

0-34

Kupfer . . .

. Spur

Spur.

". Wismuthocker ist im Wesentlichen Wismuthoxyd, Bi 3 O amit einem grösseren oder geringeren Gehalte an Hydroxyd und Car-bonat, so dass seine Zusammensetzung als eine sehr wechselnde be-zeichnet werden muss.

3. Wismuthglanz. Bi 2 S 3 , tritt krystallisirt, aber nur in unter-geordneter Menge auf.

D Carnot, Compt. rend. LXXVIII, 169; Dingl. pol. J. CCXI, 347.

2 ) Forbes, Dingl. pol. J. CLXXVI, 405. 3 ) Francke, Berg- u. hütten-

männ. Ztg. 1867, 336; Wagn. Jaliresber. 1867, 149. 4 ) Svanberg, Oefvers

af Acad. Fösh. 1861, 159; Journ. prakt. Chem. LXXXVI, 381; Wagn. Jahres-ber. 1862, 196.