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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Wismuth.

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Noch seltener sind die Wismuthmineralien: Tellurwisrauth, Nadel-erz, Wismuthblende, Pucherit, Wismuthspath, Walpurgin, Rhagit u. s. w.

Hüttenmännische Gewinnung. Die Hauptproducenten vonWismuth sind die sächsischen Blaufarhenwerke Oherschlema undPfannenstiel, in deren Besitz sich die grossen Wismuthfundstättenzu Schneeberg befinden. In früherer Zeit schied man das Wismuthdurch Aus saigerung aus seinen Erzen ab, indem man diese in geneigtliegenden gusseisernen Röhren erhitzte, wobei das Wismuth sich ver-flüssigte und abfloss. Auf diese Weise gewann man natürlich nurden Theil Wismuth, welcher in gediegenem Zustande im Erze enthaltenwar und auch diesen bei Weitem nicht vollständig. Der Rest fiel alsNebenproduct bei der Verschmelzung der kobaltreichen Saigerrückständeauf Smalteglas, wobei das Wismuth sich unter der entstehenden Kobalt-speise ansammelte und wiederum durch Saigerung von dieser getrenntwurde. Das unvollkommene Verfahren der Erzsaigerung hat manjedoch längst verlassen.

Auf den sächsischen Blaufarbenwerken kommen zur Zeitsämmtliche Wismuth- und Wismuth-Kobalterze direct zur Verhüttung,nachdem man sie einem Röstprocess unterworfen hat, und werden inden Häfen der Smalteglasöfen einfach unter Kohle-, Eisen- und Schlacken-zuschlag eingeschmolzen. Das reducirte Metall scheidet sich dabei unterder Schlacke in zwei scharfgetrennten Schichten ab; die obere bestehtaus Kobaltspeise (Arsenkobalt mit Arsennickel und Arseneisen), die untereaus Wismuth. Da der Schmelzpunkt des Wismuths ein sehr niedrigerist, so sticht man dasselbe in flüssigem Zustande ab, sobald die darüberliegende Speiseschicht erstarrt ist. Die Trennung beider ist eine ganzvollkommene.

Das auf diese Weise erhaltene Rohwismuth ist ziemlich reinund enthält nur geringe Mengen Eisen, Kobalt, Nickel, Blei, Silber,Schwefel und Arsen. Der Bleigehalt ist in der Regel ein sehr niedrigerund zuweilen ist es gänzlich bleifrei. Trotzdem unterwirft man es nocheinem Läuterungsprocess, der darin besteht, dass man auf einerschwach geneigten Eisenplatte ein Holzfeuer entzündet und die Roh-wismuthbrode langsam darin niederschmelzen lässt. Es fliesst dannein beinahe chemisch reines Wismuth ab, während die fremden Bei-mengungen als Gekrätz auf der Eisenplatte Zurückbleiben, das Arsenaber zur Verflüchtigung gelangt. Das in einer erwärmten eisernenSchüssel aufgefangene Raffinatwismuth wird hierauf in halbkugel-förmige eiserne Formen ausgekellt, die im Boden das Wappen dersächsischen Werke tragen, welches sich im Wismuthbrode abformt.Diese Wismuthbrode haben ein Gewicht von 10 bis 12 Kg und bildendie fertige Handelswaare.

In Joachimsthal (Böhmen) gewinnt man Erze undSchlieche mit