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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Wismut h.

Von Dr. Clemens Winkler,

Professor au der königlichen Bergakademie zu Freiberg.

Obwohl das Wismuth bereits im 15. Jahrhundert bekannt war, woman es Wismat, Bisemutum, auch Marcasita nannte, und obschones lange Zeit hindurch als Nebenproduct bei der Darstellung desSmalte-glases fiel, wo es sich als besondere Schicht unter der gleichfalls hierbeientstehenden Kobaltspeise ablagerte, so findet doch der eigentlicheAbbau und die Verhüttung der Wismutherze erst seit kurzer Zeit statt.Die Entdeckung der leichtflüssigen Wismuthlegirungen und die Ver-wendungsfähigkeit der Wismuthverbindungen für medicinische Zweckewaren es insbesondere, welche allgemach eine besondere Wismuthindustrieins Leben riefen, die, vor höchstens fünfzig Jahren beginnend, besonderswährend der letzten beiden Decennien zu beträchtlicher Ausdehnunggelangt ist. '

Vorkomm en. Das Wismuth ist ein ziemlich selten vorkommendesMetall und tritt zumeist in gediegenem Zustande oder als Oxyd aufder Erde auf. Man findet es im Granit, Gneiss und Glimmerschiefer,sowie im Uebergangsgebirge, in der Kegel auf Kobalt- und Silbergängen.Der Hauptfundort für Wismutherze ist Schneeberg im sächsischen Erz-gebirge und es werden dieselben daselbst auf den dem SächsischenBlaufarbenwerks-Consortium gehörigen Kobaltgruben abgebaut; inuntergeordneter Menge finden sie sich im ganzen Erzgebirge verstreut,so bei Schwarzenberg, Johanngeorgenstadt, Joachimsthal, Annaberg,Marienberg, Altenberg, Zinnwald. Auch in Thüringen (Friedrichrode),in Hessen (Bieber), im Schwarzwald (Wittich), im Harz (Hasserode),in Schweden (Greyers Klack, Riddarhyttan), in Norwegen (Modum,Drammen, Gjellebäck), in England (Penzance, Redrouth), in Ungarn(Rezbanya) und im Banat (Oravicza) hat man Wismutherze in geringenQuantitäten gefunden. Seit 1867 hat man auch in der Schweiz, inFrankreich, Sardinien, Spanien, Californien, Chile, Bolivia, Peru, Brasi-