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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

mit Salzsäure behandelt und die abgedampfte Masse mit frischer Legi-rung eingeschmolzen, wobei Zink und Chlorblei gleichfalls sich um-setzen, während man das entsilberte Blei, um es vom Zink zu befreien,mit schwefelsaurem Blei und Kochsalz umschmolz und es schliesslichpolte 4 ). Auch Kochsalz allein ist zum Entzinken des Bleies (zu Com-mern) versucht worden. Auf Clausthaler Hütte bediente man sich ingleicher Absicht der Stassfurter Abraumsalze, zugleich ersetzte man dasSaigern der silberhaltigen Legirung durch Umschmelzen und Ablassender unteren schwereren Bleilegirung in einen tiefer stehenden Kesselund verschmolz die obere Zinklegirung im Schachtofen mit Eisenfrisch-schlacken auf Werkblei.

In ein neues Stadium trat die Entsilberung des Bleies durch Zink,seit Cordurie in Toulouse gegen Ende des Jahres 1866 in Englandein Patent nahm, welches sich auf die Anwendung überhitzter Wasser-dämpfe zur Scheidung beider Metalle bezog. Aus älteren Versuchenvon Regnault * 2 ) wusste man, dass Zink das Wasser bei massigemRotliglühen, Blei jedoch erst in der Weissglühhitze zersetzt, und hier-auf gründete sich Corduries Vorschlag. Wie derselbe sowohl zumEntzinken des Armbleies, als auch zur Beseitigung des Zinks aus demsilberhaltigen Zinkblei auf den Rothschildschen Werken zu Havreausgeführt wurde, haben Grüner 3 ), besonders aber Bräuning undWedding 4 ) detaillirt beschrieben, und die Letzteren haben zugleichdie auf dem Oberharz und zu Tarnowitz erlangten Erfahrungen überdie Anwendung des Wasserdampfs mitgetheilt. Die Behandlung desArmbleies mit Salzen hatte man am Harz aufgegeben, weil man durchPolen in starker Hitze das Zink besser entfernen konnte, und das Um-schmelzen des silberhaltigen Zinkbleies im Schachtofen mit Bleiglätte,um das Zink zu oxydiren und zu verschlacken, scheiterte an der Streng-flüssigkeit der Beschickung und dem Silberverlust. Deshalb versuchteman auch bei uns sehr bald die Anwendung des Wasserdampfs undhat das Verfahren seither so verbessert, dass es jetzt ausschliesslich be-nutzt wird 5 ). Nachdem das silberhaltige Blei eingeschmolzen, das Zinkeingetragen und die Bildung des silberhaltigen (bleireichen) Zinkschaumssowie seine Abscheidung an der Oberfläche erfolgt ist, wird das Arm-blei abgelassen. Jedes dieser Producte wird in geschlossenen Kesselnzum Rothglühen gebracht, worauf man überhitzten Wasserdampf indie glühende Masse eintreten lässt, welcher vom Zink zerlegt wird, sodass Wasserstoffgas und Zinkoxyd entstehen. Letzteres wird durchden Dampfstrom in Condensationsräume geführt und als Farbematerialverwerthet. Das silberhaltige Product wird abgetrieben, wobei man

!) Vergl. auch Zeiller und Henry in Ann. Min. [6] 17, 447.

2 ) Regnault, Ann. China. Phys. LXII, 363. s ) Grüner, Ann. Min. [6],XIII, 395. 4 ) Bräuning u. Wedding, Pi-euss. Zeitschr. XVII, 231

(S. Percy, S. 107). 6 ) S. Percy, S. 111 u. 351.