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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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stens 2 p.C. beträgt. Karsten suchte beide Legirungen, von denendie specifisch leichtere, das bleihaltige Zink, das Silber aufgenoimnenhat, mechanisch zu trennen, stiess jedoch auf Schwierigkeiten und sokam das Verfahren im Grossen nicht zur Anwendung. Zehn Jahrespäter, als das gleiche Princip in England patentirt wurde, nahmKarsten seine Versuche wieder auf und überzeugte sich, dass die Ent-silberung von Blei bei einem Gehalt bis zu 1'4 Tausendtheilen fastvollständig sei und durch l5p. C. Zink vom Gewicht des Bleies erfolge.Dennoch gelang es nicht, die beiden Legirungen, das silberhaltige Zinkund das entsilberte zinkhaltig gewordene Blei genügend zu trennenund das Blei vom Zink zu befreien, so dass die Methode vorläufig imGrossen nicht zur Ausführung kam, um so weniger, als das Pattiuso-niren bald auch bei uns die Aufmerksamkeit davon abzog.

In England hatte nämlich A. Parkes seit 1850, wahrscheinlichunbekannt mit Karstens Entdeckung, das nämliche Princip sich paten-tiren lassen, und Percy beschreibt 1 ) die Bleientsilberung durch Zink,so wie sie im Jahre 1859 auf den Llanelly Lead Works betriebenwurde. Das silberhaltige Zink schöpfte man mittelst eines durch-löcherten Löffels, nachdem es fest geworden, von der Oberfläche desnoch flüssigen Bleies ab, saigerte durch passendes Erhitzen einen Theildes darin enthaltenen Bleies ab und destillirte die Rückstände mit Kalkund Kohle in Röhren nach belgischer Methode, um das Zink zu scheiden.

Schon hier sieht man, dass dasjenige, was als silberhaltiger Zink-schaum von der flüssigen Bleimasse abgeschöpft wird, nicht sowohl ausder Silber-Zinklegirung besteht, sondern ein Gemenge derselben miteiner grossen Menge Blei darstellt, da. selbst nach dem Absaigern noch40 bis 50 p. C. Blei darin enthalten sein sollen und wegen der Unfähig-keit des Bleies, mehr als einige Procente Zink aufzulösen, sowie auchumgekehrt des Zinks, sich mit grösseren Mengen Blei zu legiren , dasGanze offenbar ein mechanisches Gemenge sein muss.

Das entsilberte Blei wurde bei starker Hitze wiederholt abge-schäumt und schliesslich gepolt. Nach Percy wäre es dann frei vonZink und enthielte nur 0'1 Tausendtheile Silber.

Es ist nicht bekannt, ob das Verfahren in England vervollkommnetworden, dagegen sehen wir seit der Mitte der sechziger Jahre aufmehreren linksrheinischen Hütten (Call, Commern) und auf dem Ober-harz das lebhafte Bestreben, die Entsilberung durch Zink zu verbessern.Zu Braubach a. Rh. schmolz man die Silber - Zink-Bleilegirung, nach-dem sie gesaägert worden, mit Chlorblei, um flüchtiges Chlorzink zubilden und so das Zink zu beseitigen 2 ); zu Call wurden nach der Mit-theilung von Bergholz 3 ) die gesaigerte und dabei oxydirte Legirung

1 ) A. a. 0. S. 96. Vergl. auch Gurlt, Berg- u. liüttenm. Ztg. 1854,'

Nro. 1. 2 ) Grüner, Ann. Min. [6] XIII, 325. s ) Bergholz, Ztschr.

f. (1. pr.B.-H.-S.-Wesen XVI, 268.

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