Zink und Cadmium. 913
das Zink statt der Bronze zu Kronleuchtern und ähnlichen Gegenstän-den benutzt.
Hossauer gebührt das Verdienst, Zinkgegenstände zuerst gal-vanisch verkupfert zu haben, wodurch dieselben nach kurzer Zeit dasAnsehen der Bronze erlangen. Von Devaranne rührt die An-wendung des Zinkes zu dem Theaterschmucke her, einer Benutzung,die auf der Eigenschaft des polirten Zinkes, das Licht im reichlichenMasse zu reflectiren beruht. Bedeutende Mengen von Zink werden zumEntsilbern des Bleies, zum Galvanisiren, zur Herstellung elektrischerApparate und zu vielfachen Legirungen, so unter anderem zu derKupfermünzenlegirung (95 Cu, 4 Sn, 1 Zn) benutzt. Von Peligot 1 ) istdasselbe als Zusatz zu der Silbermünzenlegirung in Vorschlag gebrachtworden.
Zinkerze. Während in früheren Zeiten fast ausschliesslich derGalmei zur Zinkgewinnung benutzt wurde, ist in den letzten Jahrenauch die Zinkblende um so mehr mit Vortheil zur Verhüttung gelangt,als man die bei der Röstung entstehende schweflige Säure zur Darstellungvon Schwefelsäure verwendet. Ausser diesen beiden hauptsächlichstenZinkerzen wird auch das Kieselzinkerz, welches häufig als Begleiterdes Galmeis auftritt, sowie das Rothzinkerz und der Franklinit, letzterebeiden in Amerika, zur Zinkgewinnung benutzt. Während in Deutsch-land zum grössten Theile einheimische Erze verhüttet werden, beziehendie belgischen Hütten und diejenigen der Stolberger Gesellschaft nochbedeutende Quantitäten Galmei und Blende aus Spanien und Sardinienund erstere noch Blende aus Schweden.
Calciniren undRösten der Zinkerze. Was die vorbereitendeBehandlung der Zinkerze anbelangt, so besteht dieselbe bei dem Gal-mei nach wie vor in dem Calciniren desselben, um Kohlensäure undWasser zu entfernen. Bei der Zinkblende bedarf es jedoch einer vor-sichtigen Röstung, um das Schwefelzink in Zinkoxyd überzuführen,einer Operation, welche mit grossen Schwierigkeiten um so mehr ver-knüpft ist, als sich die verschiedenen Blendesorten ungleich leicht röstenund, abgesehen von der unvollständigen Abröstung, bei dieser Be-handlung sehr leicht bedeutende Mengen von schwefelsaurem Zinkentstehen, welche dann bei dem späteren Reductionsproeesse wieder inSchwefelzink zurück verwandelt werden und auf diese Weise verlorengehen.
Das anfängliche Verfahren, die Blende in gewöhnlichen Flamm-öfen abzurösten und die gebildete schweflige Säure mit den Feuergasenin die Luft entweichen zu lassen, wird bis heutigen Tages noch in
x ) Peligot, Monit. scientif. 1864, 509; Dingl. pol. J. CLXXII, 433; Wagu.Jaliresber. 1864, 102.
Wiener Weltausstellung. III.
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