Zink und Cadminm.
Yon C. F. Stahlschmidt,
Professor der Chemie am Polytcehnicum zu Aachen.
Zink.
Anwendung des Zinkes. Ausser der allgemein bekannten Ver-wendung des Zinkes zu Blechen, welche immer mehr und zwar in derneueren Zeit auch zum Schiffsbeschlag Verwendung finden, wird das-selbe in bedeutenden Quantitäten für den Kunstguss und zwar sowohlim ganz reinen Zustande für den feinen Guss, als auch im unreinstenZustande für den ganz gewöhnlichen Guss benutzt. Nach Mittheilun-gen des Berggeistes x ) ist es besonders Berlin, woselbst diese Industrieschwungvoll betrieben wird, ungefähr 300 Arbeiter beschäftigt und,von kunstverständiger Hand sorgsam gepflegt, einen hohen Gradvon Ausbildung erlangt hat. Die Entdeckung von Sylvester und IIob -son im Jahre 1805, dass das Zink, auf 100° C. erhitzt, seine Sprödig-keit verliert, trug wesentlich dazu bei, dasselbe als Material zu Dachplattenzu benutzen. Wegen mangelhafter Befestigung derselben wurde diesejetzt so beliebte Verwendung jedoch wieder aufgegeben. Als im Jahre1826 der Verein für Beförderung des Gewerbefleisses in Preussen aufdie Auffindung einer Massenanwendung des Zinkes einen Preis setzte,war es der Oberbergrath Krieger, welcher zuerst zeigte, dass sichdas Zink nicht allein zum Giessen compacter Stücke, sondern auch zurHerstellung von Hohlstücken eigene; hierdurch aufmerksam gemacht,benutzte'es der Eisengusswaarenfabrikant Geiss, dessen'Fabrik heutenoch in Berlin besteht, zur Herstellung grosser Architekturstücke. Alssich Beutk und Schinkel für diesen jungen Industriezweig lebhaftinteressirten, fing man bald an, Architekturstücke, Säulen, Ornamenteund dergleichen aus Zink zu verwenden. Von Spinn würde zuerst
B Berggeist 1873, 31 ; Dingl. pol. J. CCVIII, 338; Cliem. Centralbl.1873, 429; Wagn. Jaliresber. 1873, 203.