Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
862
Einzelbild herunterladen
 

802 Gruppe III. Chemische Industrie.

den , wenn man vorher auf andere Art eisenfreigemachte Nickelsteine,die eine solche Quantität Kupfer enthalten, dass das resultirende Metallnicht zu schwer schmelzbar ist, auf schwefelfreies Metall verschmel-zen will.

/

Darstellung des Nickels auf nassem Wege.

Die Darstellung des Nickels und Kobalts auf nassem Wege, die,gut geleitet, stets ein reineres Product als die Darstellung auf trockenemWege geben muss, kann einen allgemein bestimmten Gang ebenso-wenig verfolgen, als die Trennung der verschiedenen Metalle durchbestimmte Keagentien bewerkstelligen, denn der Nickel- und Kobalt-fabrikant ist genöthigt, da die zu verarbeitenden Erze und Productesehr verschiedenartiger Zusammensetzung sind und er meist alle mög-lichen Erze zu verarbeiten gezwungen ist, seine Fabrikationsiuethodeje nach dem zu verarbeitenden Erze abzuändern. Wollte der Nickel-fabrikant z. B., wie dies meist bei eisenreichen und kupferärmerenLösungen gebräuchlich ist, in kupferreichen und eisenarmen Lösungen,in denen Kupferchlorür in grösseren Mengen vorhanden ist, zuerst dasEisen durch Chlorkalk und Aetzkalk entfernen, ehe er das Kupferabscheidet, so müsste er, da Kupferchlorür nicht neben Eisenchloridbestehen kann, erst unnöthigerweise alles vorhandene Kupferchlorürdurch den immerhin theuren Chlorkalk in Kupferchlorid überführen.

Da nun die Nickelfabrikation auf nassem Wege je nach dem zuverarbeitenden Erze und der Situation der Fabrik eine andere seinmuss und daher ein allgemein geeigneter Gang der Fabrikation nichtempfohlen werden kann, so müssen wir die Trennungen der verschiede-nen mit den Nickelerzen vorkommenden Körper im Einzelnen be-trachten.

Die Nickelfabrikation auf nassem Wege begreift in der Haupt-sache folgende Operationen:

1. Auflösen der gerösteten Producte in Salzsäure oder Schwefel-säure.

2. Trennung des Eisens durch Kalk, kohlensauren Kalk oderSoda nach vorhergehender Oxydation durch Chlor oder Chlorkalk, wenndas Eisen als Chorür oder Oxydul in Lösung war.

3. Ausfüllung des Kupfers durch Schwefelwasserstoff oder Schwe-felalkali.

4. Ausfällung des Kobalts als Sesquioxyd durch Chlorkalk.

6. Fällung des Nickels als Nickeloxydhydrat oder Nickelcarbo-nat durch Kalkmilch oder Soda.

6. Glühen des Niederschlages, um wasserfreies in verdünntenSäuren unlösliches Nickeloxyd zu erhalten.