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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Nickel und Kobalt. 863

7. Ausziehen des überschüssig zugesetzten Kalkes sowie Gypsesaus dem geglühten Nickeloxyd.

8. Reduction des reinen Nickeloxydes durch Glühen mit Kohle.

Die vollständige Auflösung der auf Nickel oder Kobalt zu ver-arbeitenden Erze oder Producte kann oft mit Vortheil umgangen wer-den; z.B. bei der Verarbeitung des von R. Hermann als Rewanskitbezeichneten Nickelsilicates, welches am Ural im Jahre 1866 entdeckt,dort in ziemlichen Mengen gefunden wird. Hierbei ist die Auf-lösung, durch Anrühren des Erzes mit Schwefelsäure , und Erhitzender Masse bis zum Unlöslichwerden der gallertartigen Kieselsäure undZersetzung des schwefelsauren Eisonoxyduls, sowie nachheriges Aus-ziehen mit Wasser vortheilhaft zu ersetzen.

Die von R. Hermann angeführte Darstellungsmethode ist ver-werflich , denn einestheils wird 'dabei unnöthig Schwefelsäure veraus-gabt, um später zu fällendes Eisenoxydul zu lösen, anderentheils kommtdadurch eine ziemliche Menge Kieselsäure in Lösung, welche so wie dieLösung neutralisirt wird eine ihr entsprechende Menge Nickel als kiesel-saures Nickel mit dem Eisenoxyde zur Fällung bringt. Man hat sichüberhaupt jederzeit zu hüten, Kieselsäure in die nickelhaltigen Lösun-gen zu bringen, denn sobald die anfangs sauren Lösungen neutralisirtwerden, fällt alle Kieselsäure als kieselsaures Nickel aus. Bei Analysenzieht sich zuweilen eine geringe Menge Kieselsäure durch alle Opera-tionen, es giebt kein einfacheres Mittel, diese gleich von vornhereingänzlich zu entfernen, als indem man zu der neutralen Lösung etwaseines neutralen Nickelsalzes zufügt.

Kupfer fäll ung.

Als Neuerung und Fortschritt bei der Kupferabscheidung ausden Lösungen dürfte der von Gerstenhöfer nach dem Principe seinesRöstofens zuerst in Freiberg für die Ausfüllung des Arsens aus derSchwefelsäure construirte Fällthurm anzusehen sein. Ein solcherApparat schliesst jedes Entweichen von Schwefelwasserstoff aus undbewirkt die Fällung der Schwefelmetalle in der kurzmöglichsten Zeit.Die Lösung, automatisch in dem obersten, hydraulisch verschlossenenTheil des Thurmes aufgegeben, fällt tropfenweise in einer Atmosphärevon Schwefelwasserstoff von einem der etagenartig in dem Thurmangebrachten Träger zum anderen und kommt am unteren Theil desThurmes mit Schwefelkupfer gemischt und wenn die Lösung nicht inzu grosser Menge aufgegeben wurde, vollkommen kupferfrei mittelsteines hydraulischen Verschlusses aus dem Thurm. Der Thurm ist amoberen und unteren Theil mit dem Schwefelwasserstoffentwickelungs-

D Hermann, J. f. prakt. Cliem. CII, 405.