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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Uran.

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verschiedene Weise verarbeitet, je nachdem man das licht- oder dasorangefarbige Urangelb oder das Uranoxyd-Ammonials darstellen -will.

LTm ersteres zu erhalten, wird die Auflösung von kohlensauremUranoxyd-Natron in einem grossen kupfernen Kessel mit Schwefelsäureneutralisirt und gekocht, das Gelb scheidet sich in Form eines zartenPulvers ab, welches abfiltrirt, gewaschen und getrocknet wird; diesesProduct kommt unter der Bezeichnung Urangelb in den Handel.

Will man die zweite Sorte darstellen, so wird die oben beschriebeneAuflösung von kohlensaurem Uranoxyd-Natron mit einer Auflösung vonAetznatron versetzt, wodurch ein Salz von derselben Zusammensetzung,aber anderen Eigenschaften, nämlich das im Handel Urangelb-orangefarbig genannte Product erhalten wird 1 ).

Das Uranoxyd-Ammoniak wird ebenfalls aus derselben kohlen-sauren Uranoxyd-Natronlösung hergestellt, indem dieselbe mit Salmiakoder Ammoniumsulfat gekocht wird. Dasselbe wird gewaschen und scharfgetrocknet unter der Benennung Uranoxydhydrat in den Handelgebracht.

Die getrockneten Urangelbsorten werden nochmals ausgewaschenund nach dem zweiten Trocknen gepulvert und in Mengen von einemPfund in Papierpackete verpackt. Im Pavillon des k. k. Ackerbau-ministeriums auf der Wiener Weltausstellung waren grössere Mengenvon allen in Joachimsthal dargestellten Uranverbindungen in Gläsernund Packeten ausgestellt.

Was die Zusammensetzung dieser Verbindungen anbelangt, sokann man von einem in grossen Massen dargestellten Producte kaumerwarten, dass dasselbe eine vollkommen rein chemische Verbindungdarstelle, namentlich ist der Wassergehalt ein variabler, je nachdemdas Salz mehr oder weniger scharf getrocknet und ausgewaschen wordenist. Es geschieht bisweilen bei ganz besonders reinem Urangelb,dass dasselbe zu einer durchscheinenden dem Gummigutt ungemeinähnlichen Masse eintrocknet-, dieses Product scheint die eigentlicheVerbindung in ihrer Reinheit zu sein.

Patera fand darin:

Uranoxyd.76 - 85

Natron. 9'12

Wasser.14'00

99T7

entsprechend der Formel: Na 2 0, 2U 2 0 ;j 6II 2 0.

Zu derselben Formel gelangt man auch aus den Analysen desGummierzes (Breithaupt) und des Eliasits (Haidinger), wenn man

i) Durch Glühen dieses Salzes erhält man das wasserfreie dunkelorange-farhige Urangelb.