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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

von den Verunreinigungen Abstand nimmt. Das Gummierz enthältstatt Natron, Kalkerde, den Eliasit Talk und Kalkerde.

Das orangefarbige Urangelb ist ebenfalls wasserhaltiges saures,uransaures Natron, welches beim Glühen das Wasser verliert und indas wasserfreie dunkelorangefarbige Urangelb übergeht. Das unterdem Namen Uranoxyd (hydrat) im Handel vorkommende Product ent-hält noch mehr oder weniger Ammoniak. Es geht beim Glühen in dasgrüne Oxyduloxyd über, bei stärkerer Glühhitze erhält man das schwarzeOxyduloxyd. Setzt man das lichte oder das orangefarbige Urangelb mitKohlenpulver gemengt einer heftigen Glühhitze aus, so werden diesel-ben ebenfalls in das schwarze Uranoxyduloxyd verwandelt.

Die Uranpräparate werden zum Färben des Glases und bei derPorzellan- und Emailmalerei benutzt. Das salpetersaure Salz wurdeals Wothlisches Salz in der Photographie verwendet.

Die Absatzmenge des in Joachimsthal dargestellten Urangelbessteigerte sich seit dem Jahre 1852 bis 1853 in dem Maasse, als dasProduct mehr und mehr bekannt wurde. Im ersten Jahre wurden diedargestellten 15 Ctr. kaum an den Mann gebracht, der Absatz steigertesich bald auf 20, im Jahre 1859 auf 30 Ctr. und so fort, so dass ge-genwärtig jährlich beiläufig 70 Ctr. im Werthe vor 85 000 fl. (170 000Rmk.) dargestellt werden *).

Der Preis des Urangelbs, welcher vor dem Jahre 1852 bis auf36 fl. Silber gestiegen war, wurde nach der ersten Einrichtung derJoachimsthaler Fabrik im Interesse der Glas- und Porzellanindustrieauf 12 fl. festgesetzt.

Gegenwärtig beträgt derselbe:

für das lichtgelbe.pr. W. Pfd. 12 fl.

» » orange. 12

dunkelorange. 14

Uranoxydhydrat. 14

y schwarze Uranoxyduloxyd 18

Die hohe durch den Darstellungsprocess bedingte Reinheit desProductes' und die Billigkeit des Verfahrens wurden zu wiederholtenMalen durch Preise ausgezeichnet; so erhielt die Uranfabrik inJoachimsthal:

f

1854 in München die Ehrenmedaille,

1855 in Paris die Preismedaille I. Classe in Silber,

1862 in London die Preismedaille,

1867 in Paris die LZors-eoJicowrs-Medaille,

1871 in Eger die goldene Medaille.

x ) Die Manipulationskosten sammt Regie exclusive der Bergbaukostenbetragen nicht ganz 2 fl. österr. W. (4 Rmk.) pr. 500 g Urangelb.