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Gruppe III. Chemische Industrie.
Aus diesen Erzen werden die verschiedenen Uranpräparate auf folgendeWeise dargestellt.
Das feingepulverte Erz wird stark vorgeröstet, um den in denkeigemengten Kiesen enthaltenen Schwefel und das Arsen möglichst zuentfernen. Ist dies geschehen, so wird das vorgerösteteErzpulver im Ofenmit 15 p. C. Soda und 2 p. C. Salpeter innig gemengt und unter häufigemKnüllen mit dem Röstrechen einer weiteren Röstung ausgesetzt; dasursprünglich graue Erzpulver wird hraungelh und man kann ausder Farbe ganz gut das Ende der Operation erkennen. Der Zweck desRöstens ist ein doppelter. Es wird nämlich durch das Glühen mitSoda das in Säuren äusserst schwerlösliche Uranoxydoxydul in eine in ver-dünnten Säuren leichtlösliche Verbindung von Uranoxyd mit Natronverwandelt, und es werden durch diese Operation die letzten Antheilevon Arsen, Vanadin, Molybdän und Wolfram in im 'VYasser löslicheVerbindungen überführt und können durch Auswaschen entfernt werden 1 ).Das durch Rösten vorbereitete Erz wird daher mit heissem Wassergewaschen.
Es ist dies durchaus nothwendig, weil diese Stoffe sonst mit demUran verbunden in die Ilandelswaare übergehen und dieselbe missfar-big machen. Ueber die Verarbeitung der erhaltenen. Lösung anfVa'na-dinsalz wird am Schlüsse einiges in Kürze mitgetheilt werden.
Das geröstete und ausgewaschene Uranerz wird in Mengen vonV 2 Ctr. in hölzernen Bottichen mit Wasser zu einem dünnen Brei an-gerührt, worauf die zur Auflösung nöthige Schwefelsäure zugegebenwird. Bei Erzen von oben erwähntem Gehalt genügen für einen halbenCentner 11 Kg Schwefelsäure und etwa 1 Kg Salpetersäure. Die beimMengen der Schwefelsäure mit dem Wasser entwickelte Wärme ist hin-reichend, um eine vollständige Auflösung zu bewirken. Die Masse wirdmit Wasser verdünnt und von dem Rückstände getrennt, welcher beigut geleiteter Röstung kaum bestimmbare Spuren von Uran enthält.
Die Lösung, welche nebst dem Uran, auch noch Kupfer, Eisen,Mangan, Kobalt, Nickel etc. enthält, wird mit Soda übersättigt, worinsich bei einem gewissen Ueberschuss an Soda das Uranoxyd auflöst,während die übrigen genannten Metalle im Niederschlage bleiben. Dieschön goldgelbe Auflösung des kohlensauren Uranoxyd-Natrons, welchenoch durch grössere oder geringere Mengen von doppeltkohlensaurenSalzen verunreinigt ist, wird gekocht, wodurch sie von diesen voll-kommen befreit wird. Diese so gereinigte Uranlauge wird nun auf
1 ) Es wurde anfangs statt Soda, Kalkerdeliydrat oder feingepulverterKalkstein genommen, doch wurde dieser Zuschlag bald verworfen, einerseitsweil die Kalkerde wieder aus der Lösung entfernt werden musste und anderer-seits weil die Abscheidung der Metallsäuren grosse Schwierigkeiten bot.