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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Eisen.

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und zwei gewöhnlichen Flammöfen zum Glühen des Roheisens und derSchmiedeeisen- oder Stahlahfälle 1 ). Das Roheisen ist aus manganreichemMagneteisenstein von Mokta-el-Hadid dargestellt, sehr rein, und kannweiss oder halhirt angewendet werden und da der Process einen lang-samen Verlauf hat, so ist er leicht zu reguliren 2 ). Es werden 900 KgRoheisen bis zur Weissglühhitze vorgewärmt, unter einer Decke vonSchlacke, die aus Hohofenschlacke und Quarzsand zusammengesetztist, im Siemens-Ofen rasch niedergeschmolzen und dann jede halbeStunde eine Portion von 900 Kg weissglühende Eisenahfälle nach-gesetzt, bis das Metall eine teigige Consistenz angenommen hat undfast Schmiedeeisen geworden ist, wobei gelegentlich Zuschläge rei-chen Eisenerzes gemacht werden. Dann erfolgen abermals mehrereEinsätze von etwa zusammen 800 Kg Roheisen und mit ihnen die Auf-schmelzung der ganzen Masse zu einem dünnflüssigen Stahl, der inFormen abgestochen wird 3 ). Jede. Charge dauert etwa 10 Stun-den und es werden täglich zwei gemacht, während die übrige Zeitfür Ofenreparaturen verwendet wird; sie liefert ungefähr 3 500 Kgoder 70 Centner Stahl. Zu Munkfors und Lesjöfors in Schwedenwendet man als Brennmaterial gedörrtes Holz an und condensirt denin den Gasen enthaltenen Wasserdampf in einem LundinschenInjcctiouscondensatoi 1 . Die Oefen fassen daselbst nur 20 bis 30 Cent-ner und man kann in ihnen geschmolzenes Weicheisen darstellen,das sich sofort zu Nageleisen oder Draht auswalzen lässt.

Fast genau dieselbe Methode hat C. W. Siemens in England 4 )zu Birmingham, Bolton und Newport, bei Middlesborough, angewendet.Der Schmelzofen ist ganz nach dem Regenerativprincip gebaut, hataber Gewölbe aus Dinas - Quarzziegeln und der Herd ist aus demthonig-sandigenGanister von Sheffield gemacht. Die Rohmaterialienbestehen aus schwedischem Holzkohlen-Roheisen, Luppenstäben, Stahl-abfällen, Rotheisenstein und Spiegeleisen. Das letztere wird zur Rück-kohlung zugesetzt, nachdem die ganze Masse im teigigen Zustandewar. Statt nun teigiges, stahlartiges Schmiedeeisen auf die beschrie-bene Art darzustellen und es dann mit Roheisen zu Stahl aufzuschmel-zen, hielt Siemens es für zweckmässiger, dasselbe direct aus reinemHämatit-Roheisen nach der Methode von Uchatius, durch Zusatz vonreichem Eisenerze, namentlich Mokta-Erz aus Algier und Somorostro-Erz aus Spanien zu erzeugen, und das so erhaltene schwammige oderzusammengesinterte Schmiedeeisen mit Spiegeleisen aufzuschraolzen.So entstand der Stahlprocess, der jetzt zu Landore, bei Swansea, ange- -wendet wird. Der neue Stahlprocess von Siemens, beziehungsweise

4 ) Practic. Mechan. Joiu-n. 1867, 235; Wagn. Jaliresber. 1868, 76.

2 ) Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1869, 112. s ) Engineering 1867, Dec. 540.

4 ) Siemens, Berggeist 1869, Nro. 19.