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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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763
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Eisen.

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Weite bei 80° 0. in einem Wasserbade mit 1'5 bis 5 cbcm Salpetersäurevon 1"2 Yol.-Gew. gelöst. Nach Auf hören der Gasentwickelung (beiStahl in 2 bis 3 Stunden) kühlt man das Glas in Wasser auf diegewöhnliche Temperatur ab, giesst die Lösung vorsichtig von dem,aus Graphit und Schlacke bestehenden, Rückstände in eine Bürette undverdünnt sie so lange mit Wasser, bis man die Farbe einer Normal-lösung genau erreicht bat, die so bereitet ist, dass 1 cbcm derselbengenau Ol p. 0. Kohlenstoff entspricht. Diese Normallösung wird dar-gestellt durch Lösen von Gussstahl mit genau bekanntem Kohlenstoff-gehalte in Salpetersäure von 1'2 Vol.-Gew., so dass 1 cbcm dieserLösung OOOl gr Kohlenstoff entspricht. Hält z. B. der Stahl 0'76Kohlenstoff und man löst O'l gr auf, so erhält man 76 cbcm Normal-lösung. Da sich die Farbe derselben aber schon nach 24 Stundenändert, so stellt Eggertz die entsprechende Farbennüance her durchAuflösen von gebranntem Zucker in gleichen Theilen Wasser undAlkohol und Aufbewahren in einem versiegelten Glasrohre von der glei-chen Dicke wie die Bürette. Diese Probe findet auf den schwedischenBessemerhütten zum Sortiren des Stahls seit lange allgemeine Anwen-dung und ist,' natürlich immer unter denselben Umständen, bis 0 - 05p. C. Kohlenstoff abwärts recht brauchbar. In Seraing bei Lüttichwird die Probe so ausgeführt, dass man gleichzeitig zwei Proben vonFeil- oder Bohrspähnen von 0'2 gr Gewicht bei 80° im Wasserbade mit20 cbcm Salpetersäure von 1'2 Yol.-Gew. löst und zur Darstellungder Normalflüssigkeit Stahl mit 0'61 bis 063 p. C. wählt. Auch Grü-ner 1 ) empfiehlt diese Methode sehr angelegentlich für Stahl, da siemit der nöthigen Vorsicht bei Stahl aus immer gleichem Rohmateriale,bei dem nur der Kohlenstoffgehalt variirt, sehr gute Resultate giebt.Dagegen lassen sich Stahlsorten verschiedenen Ursprungs nach dersel-ben nicht vergleichen. Nach Hermann 2 ) bieten sich jedoch bei etwashohem Kohlenstoffgehalt, wegen der leichten Veränderung der Normal-lösung, Schwierigkeiten, und J. Blodget-Britton 3 ) stellt die letzteredeshalb mit gebranntem Kaffee in verdünntem Alkohol in verschiedenenNüancen in versiegelten Röhren von 5 / s engl. Zoll Durchmesser dar,so dass die hellste Farbe einem Gehalte von 0'02 Kohlenstoff aus 1 grStahl, gelöst in 15 cbcm Salpetersäure von U2 Vol. Gew., entspricht,und jede folgende dunklere Nüance um 0'02 p. C. steigt, also wie O'O 2 ,0'04, 006, 0'08 u. s. f. Hermann 4 ) zieht statt der EggertzschenProbe die Kohlebestimmung durch directe Verbrennung des Kohlen-

J ) Grüner, Berg- u. Hiittenm. Ztg. 1869, 447; Wagn. Jaliresber.

1870, 9. 2 ) Hermann, Berg- u. Hiittenm. Ztg. 1870, 296. 3 ) Blotget-

Brittou, Cliem. News. 1870. Nro. 561, 101. - 4 ) Hermann, Berg- u.

Hiittenm. Ztg. 1870, 296; Engineering 1870. Nov. 341; Wagn. Jaliresber.

1871. 3.