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Gruppe III. Chemische Industrie.
stofFs im Sauerstoffstrome in einem Platinschiffchen vor, das in einemPlatinrohre mit Gasrost geglüht wird. Die fein gepulverte Stahlprobeist nach 40 Minuten vollständig oxydirt und die Operation beendet,während der Rückstand nur noch aus Eisenoxyd besteht. Der Kohlen-stoff wird als Kohlensäure in einem Kalirohre bestimmt.
Bestimmung des Stickstoffs. Die Bestimmung dieses Körpersim Roheisen und Stahl ist in neuerer Zeit von Bedeutung geworden,da Sohafhäutl seine Anwesenheit darin schon früher behauptet hatteund zwar in der Form von Stickstoff-Silicium, während einige franzö-sische Chemiker ihn sogar für ein wesentliches Element des Stahls erklärthatten. J. Bouis 1 ),' bestimmte den Stickstoff im Stahl dadurch, dass,er ihn in einem Wasserstoffstrome glühte, wobei er Ammoniak erhielt,aus dessen Menge er den Stickstoff berechnete. Auf diese Weise will erin verschiedenen Stahlsorten 0'0014 bis 0’00059 p. C. und in weissemRoheisen O'OOlö p.C. Stickstoff nachgewiesen haben! C. Ullgren 2 )glaubte die Ansicht von Fremy, Bouis und Boussingault adoptirenzu sollen, dass der Stickstoff im Roheisen in zwei allotropen Modifica-tionen vorhanden sei, von welchen beim Auflösen in Salzsäure dieeine in Ammoniak verwandelt werde, während die zweite im Rück-stände mit der kohligen Masse verbleibe. Die erstere bestimmte ernun so, dass er das gepulverte Roheisen in einer tubulirten Retortein schwefelsaurem Kupfer und geschmolzenem Chlornatrium löste,dann reines Kalkhydrat zusetzte und die Hälfte der. Flüssigkeit ab-destillirte, worauf sich das Ammoniak im Destillate befand. So gabenzwei Proben von weissem Roheisen 0'103 und 0'102 p. C. Stickstoff.Die zweite Modifieation war nur im gasförmigen Zustande zu bestim-men durch Verbrennen des ungelösten Rückstandes mit schwefelsauremQuecksilberoxyd, wobei auch der Graphit leicht oxydirt werden soll.Die entstandene schweflige Säure wurde von Bimssteinstückchen ab-sorbirt, die mit saurem chrom saurem Kalium getränkt waren und diegetrockneten Gase in einem graduirten Rohre über Quecksilber gesam-melt. Aus diesen wurde dann die Kohlensäure durch Kaliumhydratabsorbirt und der Stickstoff volumetrisch bestimmt und in einer Probe0'005 p. C. gefunden. L. Rinman 3 ) löste 2 gr Substanz in 13 ebemSalzsäure von 1'12 Vol.-Gew. bei Abschluss der Luft unter heftigemKochen in einer Retorte, kühlte ab und fällte mit frisch gelöschtemKalkbrei. Der Niederschlag wurde in eine tubulirte Retorte gebrachtund im Wasserbade einige Stunden lang erhitzt. Hierbei fand sich
J ) J. Bouis, Compt. rend. LI, 1195. 2 ) Ullgren, Ann. Chem.
Pharm. CXXIV, 59 u. 70'; Wagn. Jaliresher. 1862, 10. 3 ) L. Rinman,
Verhandlungen d. schwedischen Akademie XXII, Nr. 6, 443; Journ. f. prakt.Chem. 1867, C, 33; Berggeist 1867, Nr. 76.