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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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762 Gruppe IIT. Chemische Industrie. , »

vitriol und Kochsalz. Es wurden die folgenden Resultate erhalten fürGesammtkohlenstoff aus grobkörnigem Roheisen a, und aus feinkör-nigem b.

1. 2. 3. 4.

a. 3-504 3-820 3950 3'853

b. 3-593 4-020 4-080 4'040

C. Ullgren Q löst das Eisen in. neutralem, schwefelsaurem Kupfer,behandelt den Kohlenstoff und Kupfer enthaltenden Rückstand mit Chrom-säure und Schwefelsäure, zur Oxydation des ersteren, und absorbirt dieKohlensäure in Kalilauge, mit welcher Bimssteinstückchen getränktwaren, die in ein Glasrohr eingeschlossen sind. Aehnlich verfuhrA. II. Elliot 2 ), indem er in schwefelsaurem Kupfer löste, den Rück-stand zur Beseitigung des ausgefällten Kupfers mit Kupferchlorid imYerhältniss wie 1 : 2 kochte und den Kohlenstoff mit Chromsäure zuKohlensäure verbrannte. Boussingaults Methode 3 ) besteht in Fol-gendem: Das fein gepulverte Eisen wird bei 80 bis 100° C. mit

nassem Quecksilberchlorid zusammengerieben, getrocknet und in einemPlatinschiffchen im Wasserstoffstrome erhitzt, um das Quecksilberchlo-rür zu verflüchtigen und im Wasserstoffstrome erkalten gelassen. Derzurückgebliebene Kohlenstoff ist dann schön schwarz und sehr volu-minös und ß C verbrennt beim Erhitzen wie Zündschwamm, wäh-rend ß C nur mit Sauerstoffgas verbrannt werden kann. Später modi-ficirte er die Methode dahin 4 ), dass die Behandlung trocken "im Platin-schiffchen geschah, doch muss dann das Quecksilberchlorid 4 bis 5Mal soviel Chlor enthalten, als zur Umwandlung des Eisens in Eisen-chlorid erforderlich ist. Endlich bleibt noch die colorimetrischeKohlebestimmung von V. Eggertz 5 ) zu erwähnen, die für dieStahlhütten von grossem Werthe geworden ist. Für die Stahlfabri-kation ist es wichtig, eine schnell auszuführende Kohlenstoffprobe zuhaben. Wenn Eisen in chlorfreier Salpetersäure von 1"2 Vol.-Gew.gelöst wird, so scheidet sich ein desto dunkleres, Kohlenwasserstoff hal-tendes, Product ab, je mehr Kohlenstoff es enthielt, ohne dass derGraphit dabei angegriffen wird und hierauf gründete Eggertz seinecolorimetrische Probe. Yon dem zu untersuchenden, fein gepulverten,Materiale von höchstens 0"2 Linien Korngrösse wird 0"1 gr in einemweissen Probirglase von 4 Decimalzoll Länge und 0"4 Decimalzoll

B C. Ullgren, Ann. Chem. Pharm. CXXIV, 59 u. 70; Chem. Centr.1862, 950; Wagn. Jahresher. 1862. 10. 2 ) A. H. Elliot., Chem. Soc.

Journ. 1869. 346. 3 ) Boussingault, Compt. rend. LXVI, 873; Wagn.

Jahresher. 1868, 11. 4 ) Boussingault, Ann. chim. pliys. XIX, 78; Wagn.

Jaliresber. 1870, 7. 6 ) Eggertz, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1863, 373; Dingl.

pol. Journ. CLXX, 330; Wagn. Jahresher. 1863, 20.