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Gruppe III. Chemische Industrie.
Bestimmung des Schwefels. V. Eggertz 1 ) benutzt zurschnellen Schwefelbestimmung im Roheisen eine colorimetrische Probe,die darauf beruht, dass während des Auflösens in verdünnter Schwefel-säure ein hineingestellter Streifen von Silberblech durch das entwickelteSchwefelwasserstoff mehr oder weniger, schwach violett bis braun, ge-färbt wird. J. Nickles 2 ) löst Eisen und Stahl in Brom zur Verhin-derung der Gasentwickelung und verwandelt den Schwefel in Schwefel-säure und bestimmt ihn als solche. K. Meineke 3 ) löst Roheisen oderStahl in Kupferchlorid auf, oxydirt den Rückstand mit Salpetersäureund chlorsaurem Kalium, dampft mit Salzsäure zur Trockne, löst vonNeuem mit Wasser und bestimmt als schwefelsaures Barium.
Bestimmung des Phosphors. K. Meineke fällt bei derobigen Methode aus dem letzten Filtrate durch Ammoniak das Eisen-oxyd und die Phosphorsäure aus, löst den Niederschlag von Neuem inSalpetersäure und bestimmt die Phosphorsäure durch Molybdänsäure-lösung. J. Spiller 4 ) trennt den Phosphor in Roheisen, und Stahldadurch, dass er aus der kalten Lösung das Eisenoxyd und alle Phos-phorsäure ausfällt durch Zusatz von wässerigem anderthalbkohlensau-rem Ammonium, bis der anfangs rothe Niederschlag eine grünlichblaueFarbe, von kohlensaurem Eisenoxydul herrührend, zeigt. Iler Nieder-schlag wird filtrirt, von Neuem gelöst und die Phosphorsäure bestimmt.
Bestimmung des Siliciums. Das Silicium ist wahrscheinlichim Roheisen, ähnlich wie der Kohlenstoff, in zwei Modificationen vor-handen, die sich beim Auflösen in Säuren verschieden verhalten, wor-über Ausführlicheres weiter unten. Um nun die Bildung von Silicium-wasserstoff zu vermeiden, löst V. Eggertz 5 ) das gepulverte Roheisenin Brom oder Jod auf, ohne merkbare Gasentwickelung, oxydirt denRückstand und zieht aus ihm die Kieselsäure durch Kochen mit Soda-lösung aus, von welcher sie dann mit Salzsäure niedergeschlagen undbestimmt wird. Boussingault 6 ) ermittelt den Siliciumgehalt inEisen und Stahl auf folgende Weise: Das fein gepulverte Material
wird in einem Platinschiffchen in der Muffel eines Probirofens beiRothgluth vollständig oxydirt, dann in ein Platinrohr geschoben undüber einem Gasrost anhaltend erhitzt, während trocknes Chlorgasdarüber geleitet wird. Dabei werden die Chloride des Eisens, Man-gans, Schwefels und Phosphors verflüchtigt, während Kieselerde und
!) Eggertz, Berg. u. Hiittemn. Ztg. 1862, No. 10,11; Pingl. pol. J. CLXIV,186. 2 ) Nickles, Compt. rend. LY, 503; Drngl. pol. J. CLXV, 279. 3 ) Mei-neke, Zeitschr. anal. Cliem. 1871, 280. 4 ) Spiller, Cliem. Soc. J. IV, 148;
Oliem. News 1866, No. 332, 170; Obern. Centr. 1866, 732. ») Eggertz,
Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1865, 377; Wagn. Jabresber. 1865, 30. c ) Boussin-gault, Ann. chim. pbys. XXII, 457 ; 'Wagn. Jabresber. 1872, 7.