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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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(t nippe III. Chemische Industrie.

Seit einigen Jahren wird in der von Mushet (einem der Ersten,welcher Wolframstahl fabricirte) gegründeten und an den jetzigenBesitzer Samuel Osborne übergegangenen Fabrik (Clyde Steel andIron Works, Sheffield) wieder Wolframstahl fabricirt und unter demNamenMushets Specialstahl als Werkzeugstahl in den Handel ge-bracht. Prof. Heeren 1 ) theilt über diesen Stahl unter Anderem Folgen-des mit: Der Specialstahl zeichnet sich durch ungewöhnliche Zähigkeit undHärte aus. Die wesentlichste Eigenschaft desselben besteht darin, dasser im ungehärteten Zustande eine solche Härte besitzt, dass er voneiner guten englischen Feile nicht angegriffen wird, dass er aber, wennman ihn auf gewöhnliche Weise zu härten versucht, gerade weicherwird, so dass er nun von der Feile ganz gut angegriffen wird. (Vergl.S. 821). In glühendem Zustande lässt er sich vortrefflich schmieden, mussaber alsdann die bezweckte Form vollständig erhalten, weil er nach demErkalten mit der Feile nicht mehr bearbeitet werden kann. Versuche,welche in der Maschinenfabrik von Knövenagel ausgeführt wurden,stellten die Güte und vortheilhafte Anwendbarkeit des Werkzeugstahlesfest. Werkzeuge von Specialstahl, namentlich zu Hobelmaschinen, Dreh-stählen und ähnlichen auf Eisen, namentlich auf die harte Kruste ge-gossenen Stücken, angewandte Instrumente behalten in wunderbarerWeise ihre Schärfe. Grüner 2 ) bemerkt über den Specialstahl, dassderselbe sich vortrefflich zu Drehstählen und ähnlichen Instrumenteneigne, nicht aber zu Werkzeugen, welche Stössen ausgesetzt sind, oderzu Schneidewerkzeugen im engeren Sinne. Dagegen haben Prof. Kick 3 )und Kellerbauer 4 ) Mittheilungen über Versuche, welche mit demSpecialstahl in verschiedenen Fabriken angestellt wurden und ein un-günstiges Resultat ergaben, veröffentlicht; der Stahl zeigte eine unge-mein grosse Sprödigkeit und wurde beim Schmieden trotz der ange-wandten Vorsicht stellenweise undicht. Ein Messer, welches für eineHobelmaschine geschmiedet worden, auf welcher Gussstahlschienen fürWeichen behobelt wurden, hielt die Schneide weit schlechter, als dassonst verwandte Gussstahlmesser von gleicher Form.

Analysen des Specialstahls 5 ) wurden von Heeren, JanowskyundGintl und Grüner veröffentlicht. Heeren fand Wolfram 8'3 p. C.,Mangan 1'73 p.C., Janowsky und Gintl Wolfram 8'81 und 8'71p.C.und Mangan 2'57 resp. 2'48 p.C., Grüner endlich Wolfram 798 p.C.Stromeyer hat (nach dem Berichterstatter zur Disposition gestelltenMittheilungen) diesen Wolframstahl gleichfalls analysirt und neben dem

4 ) Heeren, Dingl. pol. J. CCIV, 477, aus: Mitthl. des G-ewerbevereins

zu Hannover 1872. 2 ) Grüner, Deutsche Industriezeitung 1873, 96.

3 ) Kick, Deutsche Industriezeitung 1872, 346. 4 ) Kellerbauer, Deutsche

Industriezeitung 1872, 127. B ) Frühere Analysen von Wolframstahl siehe

Kamm elsb erg, Lelirb. der Metallurgie, 2. Aufl. 187, und Sie wert, Zeit-schrift für die gesummten Naturwissenschaften XVI, 332.