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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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gleichen Gehalt an Wolfram und Mangan noch 126 p.C. Zinn gefun-den. Es berechtigt dies zu dem Schlüsse, dass zur Darstellung diesesStahles nicht Wolframmetall, oder reine Wolframsäure, sondern mitZinnstein verunreinigtes Wolframerz angewandt worden. Es ist wohldenkbar, dass die verschiedenartigen Urtheile über die Güte desWolframstahls darin ihre Begründung haben, dass durch die Anwendungdes Wolframerzes nicht immer gleiche Producte entstehen, dass da-gegen durch die Benutzung des Wolframmetalls oder der erwähntenWolframeisenlegirung bessere und gleichmässigere Resultate erzieltwerden könnten.

Noch eine andere Anwendung, die der Wolfram stahl seit Kurzemgefunden hat, ist zu erwähnen; man benutzt ihn in der Telegraphiezur Anfertigung von Magneten, welche vor den gewöhnlichen Stahl-magneten den Vorzug haben, dass sie in Folge ihrer grösseren Härteden Magnetismus länger behalten.

Neben der erwähnten Osborneschen (früher Mushetsehen) Fa-brik beschäftigen sich noch mehrere Fabriken mit der Anfertigung vonWolframstahl, so unter anderen die Fabrik von Oxland in Gifford beiPlymouth, die Stahlwerke zu Bukau bei Magdeburg, zu Uslar am Sollingund die Fabrik von Goldacker undNesselrode in Moabit bei Berlin.

In neuerer Zeit sind in England und Frankreich Patente auf Le-girungen des Wolframs mit Eisen und verwandten Metallen für be-stimmte Zwecke genommen worden. Nach einem französischen Patentvon Levallois Q in Paris soll man eine stahlartige Masse erhalten, wennman Eisen, Wolfram und Nickel mit einem Flussmittel zusammen-schmilzt. Die Mengen des anzuwendenden Eisens betragen je nachder Güte der herzustellenden Masse 93 bis 97 Thle., der Wolfram-zusatz variirt dementsprechend zwischen ö 1 /^ und 2 1 / 2 Thln; derNickelzusatz beträgt stets Y 2 P- C. Das Flussmittel besteht aus Quarz,Borsäure und kohlensaurem Kalk. J. E. T. Woods und J. Clark inLondon nahmen ein Patent 2 ) auf einen Zusatz von Wolfram und Chromzu Eisen und Stahl. Der Zusatz von 1 bis 5 p. C. einer aus 10 Thln.Wolfram und 90 Thln. Chrom bestehenden Legirung zum Eisen undStahl soll diesem Metall besondere Härte und Widerstandsfähigkeitgegen das Rosten geben. Ein silberfarbiges, äusserst politurfähiges zumSpecnlummetall ganz vorzügliches Material soll durch Zusammenschmel-zen von 67 Thln. Stahl und 33 Thln. Wolframchromlegirung,welche aus5 p.C. Wolfram und 95 p.C. Chrom besteht, erhalten werden. Die Wolfram-chromlegirung (?) wird vermuthlich durch Reduction des wolframsau-ren Chroms erhalten. (Vergl. auch den Aufsatz Eisen S. 783, 793 u. 820).

Versuche, das Wolfram mit anderen Metallen zu legi-ren. Bernoulli hatte bereits in einer ausführlichen Arbeit 3 ) gezeigt,

h Deutsche Inclnstriezeitung 1873, 158. 2 ) Deutsch, cliem. Ges. Ber,

1873, 1554. s ) Bernoulli, Pog'g. Ann. CXI, 573.