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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Wolfram.

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verdünnter Salzsäure von Schwefel- und Arsenverbindungen befreitund dann bei starker Weissgluth mit Kohle im verschlossenen Tiegelgeglüht. Man erhält so eine pulverförmige Masse, die aus Wolfram -m et all, Kohle, Eisen und Mangan bestehend, unter dem NamenWolframmetall dem Gusseisen oder Stahl zugefügt wird.' Bereits früherhatte Berthier 1 ) angegeben, dass man auf diese Weise ein äusserststrengflüssiges Product mit einem Gehalt von 77'8 p. 0. Wolfram er-hält ; um dasselbe leichtflüssiger zu machen, empfiehlt er der Schmelzeauf 14 Thle. Wolfram 95 Thle. Eisenhammerschlag zuzusetzen, wo-bei eine vollständig geflossene Legirung mit 53 p. C. Wolfram resul-tirt. Derartige Legirungen in geschmolzenen Massen mit be-stimmtem Wolfram- und Mangangehalt werden neuerdings von derBier m a n n sehen Fabrik in Hannover angefertigt und für Zweckeder Wolframstahlfabrikation in den Handel gebracht. Man erhält je-doch auch schon Wolframstahl, wenn man Eisen direct mit Wolfram-säure oder gereinigtem Wolframmineral schmilzt und es wurde diesesVerfahren, als das billigere und bequemere, vorzugsweise in Anwen-dung gebracht. Die Reduction der Wolframsäure wird hierbei durchdie Kohle des Eisens veranlasst und zwar, wie es scheint, durch denmechanisch beigemengten Kohlenstoff, da Bernoulli gefunden hat,dass nur graues Roheisen, mit Wolframsäure zusammengeschmolzen,Wolframstahl liefert, nicht aber weisses Roheisen.

Dass der Wolframstahl gewisse Vorzüge besitzt, lässt sich nichtmehr leugnen. Nach den ebenso gründlichen und gewissenhaften Un-tersuchungen, welche namentlich Leguen 2 ) und Caron 3 ) in neuererZeit über die Eigenschaften des Wolframstahls und seine fabrikmässigeDarstellung ( Ersterer namentlich zeigte, wie man auch im Cupol-ofen und mit Hilfe des Bessemer-Verfahrens Wolframstahl erhaltenkann) angestellt haben, ist es wohl zweifellos, dass ein Zusatz vonWolfram dem Gusseisen oder Stahl eine ganz besondere Festigkeit undHärte verleiht. Nichtsdestoweniger kam der Wolframstahl bald inMisscredit und Vergessenheit. Es gelangte Wolframstahl in den Han-del, welcher die angepriesenen Eigenschaften nicht besass, vielleichtin Folge nicht rationeller Fabrikation durch Verwendung von unreinemWolframmineral; vielfach wurde die zu grosse Sprödigkeit desWolframstahls getadelt; ausserdem wurde Wolframstahl zu hohemPreise verkauft, der keine Spur Wolfram enthielt. Dazu kam, dass dasBedürfniss nach Massenfabrikation, die allgemeinere Einführung desBessemer - Verfahrens alle Versuche, auf andere Weise Stahl zu er-zeugen, in den Hintergrund drängte.

*) Bert liier, Traitö des essays par la voie seclie 1834 II, 215.

2 ) Leguen, Compt. rend. LYI, 593; LIX, 786; LXIII, 967; LXYI, 619;

LXYIII, 592. 3 ) Caron, Ami. cliim. phys. [3] LXVIII, 143.