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Ueber GliromVerbindungen.
Nach dem Erkalten laugt man die Masse mit Wasser aus und erhältso ein schönes Grün, welches wahrscheinlich ein basisches Chromoxyd-salz der Pyro- oder Metaphosphorsäure ist.
Matthieu-Plessy’s *) Grün enthält neben Chromoxyd ebenfallsPhosphorsäure und wechselnde Mengen von Calciumphosphat. Eswird dargestellt, indem man in 10 Kg siedenden Wassers 1 KgKalium-hichromat löst, 3 Liter Calciumphosphat und darauf 1’25 Kg Farin-zucker zusetzt. Es entsteht nach einiger Zeit eine lebhafte Gasent-wicklung, welche man durch Uebergiessen des Schaumes mässigt.Nach Verlauf von 24 Stunden hat sich der grüne Farbstoff abgesetzt,der durch Decantiren und Auswaschen gereinigt wird. Man erhält2'5 Kg des Productes aus einer Operation. G. Köthe * 2 ) hat aus Veran-lassung einer Preisfrage des polytechnischen Vereins in Carlsruhe eineUntersuchung über Plessy’s Grün ausgeführt. Die Aufgabe lautete:„Die Vorschrift, welcheMatthieu-Plessy zur Erzeugung einer grünenChromfarbe giebt, ist unklar. Seine Angaben sind zu präcisiren, undes ist festzustellen, ob aus den von ihm benutzten Rohmaterialien einegrüne Farbe von einfacher, vielleicht durch eine chemische Formelausdrückbaren Zusammensetzung zu erhalten ist.“ Die Vorschrift istdeshalb unklar, weil Plessy nicht sagt, was er mit Calciumphosphatbezeichnet. In Folge angestellter Versuche schliesst Köthe, dassunter Calciumphosphat eine Auflösung von Calciumphos 2 ihat in Salz-säure zu verstehen ist, und dass man von dieser Lösung eine genügendeMenge anwenden muss, um alles Chromoxyd an Phosphorsäure bindenzu können. Die unter diesen Verhältnissen erhaltene Farbe ist vonkeiner constanten Zusammensetzung, sie besteht aus einem veränder-lichen Gemische von Chromphosphat mit Calciumphosphat, welchesunter Umständen auch Kaliumphosphat und Chromoxydhydrat enthält.Einfache Molecularverhältnisse finden zwischen den die Farben bilden-den Salzen nicht statt. Wie erwähnt, bekommt man die feurigstehellgrüne Farbe, wenn man möglichst dahin wirkt, das sämmtlicheChromoxyd an Phosphorsäure zu binden. Wenn die Phosphorsäurevon dem Calciumsalze genommen wird, so tritt immer eine bedeutendeMenge von Calciumphosphat mit in die Farbe ein. Es wurde versucht,ein intensiver gefärbtes Product zu erhalten, indem unter sonst gleichenUmständen statt der Lösung von Calciumphosphat eine solche vonPhosphorsäure benutzt wurde. Die Mischung von Kaliumhichromat,Zucker und Phosphorsäure gestand beim Erwärmen nach der Reductionder Chromsäure zu einer Gallerte, die zu einer schwarzgrünen Masseeintrocknete. Löste man aber diese Gallerte in wenig Salzsäure undversetzte die Lösung mit Kalium- oder Calciumcarbonat, so entstanden,
*) M. Plessy, Rep. cliim. appl. 1862, 453. Wagn. Jahresber. 1862, 336.
2 ) Gr. Köthe, Dingl. pol. J. CCXIV, 59. Wagn. Jahresber. 1874, 469.
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