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Gruppe III. Chemische Industrie.
während die Flüssigkeit noch sauer reagirte, hellgrüne körnige Nieder-schläge, welche als in Wasser unlösliche Verbindungen yon Chrom-phosphat mit Kalium- resp. Calciumphosphat erkannt wurden. DieseCombinationen will Köthe weiter untersuchen.
G. Schnitzer 1 ) stellt ein Chromgrün dar, indem er 15 Thle.Kaliumbichromat im Krystallwasser von 36 Thln. schmelzendem Na-triumphosphat löst und gleichzeitig 6 Thle. Weinsäure oder 14 Thle.Seignettesalz zusetzt. Es tritt starkes Aufschäumen ein und die Farbegeht in Gelb und schliesslich in Grün über.
Casthelaz undLeune 2 ) bereiten auf ausschliesslich nassem Wegeein Grün „von reicherer und reinerer Farbe, als das Guignet’sche“, in-dem sie das Chromoxyd sehr langsam fällen. Sie fügen der grünenChromlösung unlösliche oder wenig lösliche Hydrate, wasserhaltigekohlensaure Metalloxyde, Schwefelmetalle oder andere Verbindungenvon schwachen Säuren hinzu; die Wirkung ist langsam, fortschreitend .und giebt sehr constante Resultate. Zu ähnlichen Resultaten gelangeman, wenn man in die schwach angesäuerte Chromlösung Metalletauchte, welche hinreichende Verwandtschaft haben, um sich mit derSäure des Chromsalzes zu verbinden, z. B. Eisen oder Zink.
Wenn man als Fällungsmittel des Chromoxyds Körper anwendet,welche mit der Säure des Chromsalzes unlösliche Verbindungen bilden,so wird die Farbe des Productes natürlich durch Beimischung dieserVerbindung modificirt. Das neue Grün bietet folgende Vortheile dar:
1) Wohlfeilheit der Darstellung (alle Chromsalze, die Rückstände vonder Darstellung des Anilinvioletts, Aldehyds etc. können benutzt wer-den und finden so einen leichten Absatz); 2) Schönheit der Farbe;
3) die Eigenschaft, gut zu decken; 4) absolute Unschädlichkeit.
R. Wagner 3 ) giebt in seinem Jahresberichte an, dass nach einerihm zugekommenen Notiz anstatt mit Hilfe von Borsäure und Phos-phorsäure ein Chromgrün mittelst Arsensäure hergestellt werde. Das-selbe soll eine intensivere Farbe besitzen, als das Guignet’sche Grün.Natürlich fällt dann die Unschädlichkeit der Farbe fort, die dem Chrom-grün einen so grossen Vorzug vor dem Schweinfurter Grün verleiht.
R. Wagner 4 ) theilt ferner mit, dass J. D in gl er ein neues Chrom-grün in Wien ausgestellt habe, das aus einem Gemisch von Chrom-und Calciumphosphat bestehe. Wagner nennt es vor der HandDinglergrün. Aus dieser kurzen Notiz kann man nicht ersehen, dasses von Matthieu-Plessy’s Grün verschieden ist.
Chromoxydsalze. Noch sind einige technisch wichtige Chrom-
4 ) G. Sclimitzer, DeutscheIndustrieztg. 1862. Nr. 28. Wagn. Jahresber.1863, 375; Dingl. pol. J. CLXX, 235. 2 ) Casthelaz u. Lenne, Bull. soc.
chim. 1868, 8, 170. Dingl. pol. J. CXC, 429. Wagn. Jahresber. 1868, 333.s ) K. Wagner, Wagn. Jahresber. 1872, 352. 4 ) B. Wagner, Wagn.
Jahresber. 1873, 405.