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Ueber Chromverbincliuigen.
Porzellanschale zuerst gelinde unter stetem Rühren, dann stärker, bisdie einzelnen Krystalle völlig trocken erscheinen, nicht mehr aneinanderhaften und Dämpfe von Salpetersäure weder durch den Geruch nochdurch Ammoniak mehr nachzuweisen sind. Nach dieser Methode lie-ferten 300 g Kaliumbichromat:
186 g rohe Chromsäure = 91'2 p. C.,
175 „ von Schwefelsäure und Kali freie, jedoch noch salpetersäurehaltige,172 „ reine, trockene Chromsäure =, 84'3 p. C.
Die Chromsäure wird auch wohl dargestellt, indem man Chromate,deren Basis mit Schwefelsäure ein unlösliches Salz giebt, durch dieseSäure zersetzt, und die abfiltrirte Lösung eindampft. So wendet manausser Bleichromat namentlich das Bariumchromat für diesen Zweckan. Die Verwendung des letzteren Salzes, welche Kuhlmann 1 ) schonvor 20 Jahren vorschlug, geschieht in der Weise, dass man eine äqui-valente Menge Schwefelsäure zusetzt. Dadurch wird jedoch nicht dieganze Menge des Bariumchromats zersetzt, sondern der Niederschlagdes Bariumsulfats ist durch unzersetztes Chromat noch so intensiv gelbgefärbt, dass man ihn als Barytgelb in den Handel bringen kann.
H. Schwarz 2 ) machte in neuerer Zeit Angaben über die Zer-setzung des Barium- und Bleichromats durch Schwefelsäure. Er bestätigtin Betreff des Bariumchromats die Angaben Kuhlmann’s, nach welcheneine äquivalente Menge Schwefelsäure zur Zersetzung nicht hinreicht;beim Bleichromat hat er nicht einmal mit der dreifachen berechnetenMenge eine völlige Zersetzung bewirken können.
Duvillier 3 ) zersetzt das Bariumchromat durch überschüssigeSalpetersäure in der Siedhitze. Das nahezu unlösliche Bariumnitratschlägt sich im krystallinischen Zustande nieder und es bleibt Chrom-säure zurück, welche man durch successive Abdampfungen und schliess-lich durch Behandlung mit einer geeigneten Menge schwacher Schwefel-säure reinigt.
Man lässt in der Siedhitze während 10 Minuten aufeinander ein-wirken :
100 Thle. Bariumchromat,
100 „ Wasser und
140 „ Salpetersäure von 1'38 Vol.-Gew.
Zuerst über giesst man das Bariumchromat mit Wasser, um eineArt Brei zu bilden, und hernach mit Salpetersäure. Dies ist von
] ) Kulilmann, Compt. rend. XLVH, 677. Dingl. pol. J. CL, 372. Wagn.Jaliresber. 1858, 240. 2 ) H. Schwarz, Dingl. pol. J. CLXXXVI, 31.
Wagn. Jaliresber. 1867, 290. s ) Duvillier, Compt. rend. LXV, 711.Wagn. Jaliresber. 1873, 402.