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Gruppe III. Chemische Industrie.
Wichtigkeit, denn verführe man umgekehrt, so würde die Zersetzungweniger gut verlaufen, indem das gebildete feste Bariumnitrat unter-setztes Chromat einschliessen würde. Zu der roth gewordenen Flüssig-keit setzt man 200 Thle. Wasser und lässt von Neuem 10 Minutensieden. Die Flüssigkeit setzt sehr bald, sich selbst überlassen, Krystallevon Bariumnitrat ab. Die Mutterlauge enthält nach dem Erkalten4 Thle. Bariumnitrat auf 100 Thle. löslicher Substanzen.
Nach dem Decantiren dampft man sie ab, bis ihr Volum nahezudas der angewendeten Säure geworden ist. Während dieser Operationschlägt sich der grösste Theil des aufgelösten Bariumnitrats nieder,und man erhält nach dem Erkalten der Flüssigkeit eine Chromsäure,welche nur noch O’Öp.C. Bariumnitrat enthält. Man verjagt denUeber-sckuss von Salpetersäure, indem man die Flüssigkeit bis fast zur Trockneeindampft, zu wiederholten Malen Wasser hinzufügt und diese Operationenwiederholt, bis ein mit Ammoniak befeuchteter Stöpsel keine weissenDämpfe mehr erzeugt. Die hinreichend concentrirte Chromsäure kry-stallisirt alsdann in schwarzen Warzen. Man erhält so in einigenStunden eine Säure, deren Reinheit für die meisten Fälle hinreicht.Wenn man ein völlig reines Product erhalten will, so braucht mannur in der Siedhitze den aufgelöst gebliebenen Baryt durch eine geeig-nete Menge Schwefelsäure auszufällen.
Diese Operation hat vor allen bisher beschriebenen Methoden denVortheil, sehr rasch alle im angewandten Bariumchromat enthalteneChromsäure zu liefern und die Säure ist überdies sehr rein.
Nach Jacquemin 1 ) kann man die freie Chromsäure in der Fär-berei anwenden; sie lässt sich trotz ihres starken Oxydationsvermögensaxrf Wolle und Seide fixiren. Die so gelb gefärbte Faser soll nochandere Farbstoffe aufnehmen und damit verschiedene Farbentöne er-zeugen. Dergleichen Farbstoffe sind die Anilinfarben, Alizarin, derOrseillefarbstoif, Gelbholz, Brasilienholz und der Farbstoff des Roth-weines. Der Cochenillefarbstoff wird nicht aufgenommen.
Chromoxyd. Neben der Chromsäure und den Salzen derselbenist noch das Chromoxyd von technischer Bedeutung. Es wird sowohlim wasserfreien Zustande als auch in Form des Hydrates und einigerneutraler und basischer Salze in der Industrie verwendet.
Das wasserfreie Oxyd wird in einfachster Weise erhalten, indem-man Kaliumbichromat so lange stark erhitzt, bis kein Sauerstoff mehrentwickelt wird. Das Salz spaltet sich in neutrales Chromat und kry-stallinisches Oxyd, welches vielfach zum Poliren von Metall und zumUeberziehen der Streichriemen für Rasirmesser verwendet worden ist;_ *
Jacquemin, Compt. rend. LXXIX, 523. Wagn. Jahresber. 1874,899.Ber. chem. Ges. 1874, 1541.