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Ueber Chromverbindungen.
tieferes Orange erkält man durch Zusaminengiessen und Kochen derLösungen von 1) 10 Thln. Bleiacetat, 5 Thln. Wasser und 18 Thln.Lauge und von 2) 1'9 Thln. Kaliumbickromat, 1‘5 Thln. Wasser und6‘6 Thln. Lauge.
Die verschiedenen Verfahren Fau'del’s zur Herstellung von Orange,welche auf der Anwendung von Natronlauge beruhen, sind offenbarnur unwesentliche Modificationen der alten Dulong’sehen Methode.
Auch für die Herstellung eines prachtvollen Roths giebt Faudeleine ähnliche Vorschrift. Man soll eine Lösung von 10 Thln. Bleiace-tat in 5 Thln. Wasser und 24 Thln. Lauge mit einer Lösung von2'3 Thln. Kaliumbickromat in 2 Thln. Wasser und 8 Thln. Lauge zu-sammengiessen. Bei dieser wie bei den Vorschriften für Orange iststets eine Lauge von 1'082 Vol.-Gew. gemeint.
Eisenchromat. V. Kletzinsky 1 ) hat dieses Salz als neueFarbe vorgeschlagen. Versetzt man neutrales Eisenchlorid in Was-ser gelöst mit einer heiss gesättigten Lösung von Kaliumbickro-mat, so scheidet sich bei längerem Erwärmen ein feurig gelb ge-färbter Niederschlag aus, welcher sorgfältig ausgewaschen ausserChromsäure, Eisenoxyd und Wasser keine anderen Bestandtheile, ins-besondere kein Chlor oder Kalium enthält. Der Niederschlag ist basischchromsaures Eisen von bestimmter Zusammensetzung, das unter demNamen „Sideringelb“ eine praktische Verwendung als bleifreie, luft-und lichtechte Farbe finden könne; dies Gelb ist nach Angabe des Er-finders nicht nur als Aquarell- (Gummi- oder Leim-) Farbe, nichtnur als rasch trocknende Oelfarhe, sondern ganz vorzüglich zum Wasser-glasanstrich geeignet, da es mit Wasserglas fein verrieben einen raschtrocknenden, nach Art der Cemente sich versteinernden Anstrich giebt,welcher selbst der Gewalt des fliessenden Wassers Trotz bietet. MitUltramarin gemengt liefert es ein schönes Grün, das gleichfalls vor-züglich für den wasserfesten Wasserglasanstrich verwendbar ist. Beidem Processe seiner Bereitung treten folgende Mengen der Bestand-theile in Wechselwirkung:
483 Thle. Eisenchlorid, worin 325 Thle. wasserfreies Eisenchloridenthalten sind, erfordern zur gänzlichen Zersetzung 1473 Thle. Kalium-bickroinat. Nach längerem Kochen der gemengten wässerigen Lösungenscheiden sich 378 Thle. basisch chromsaures Eisen oder Sideringelbab, während 90 Thle. Wasser vom Krystallwassergehalt des Eisen-chlorids frei werden und 1049 Thle. Kaliumchlorochromat entstehen,welche mit 389 Thln. Kaliumchromat in Wasser gelöst bleiben. DieReaction würde also nach folgender Gleichung verlaufen:
] ) V. Kletzinsky, Jahrbuch für Pharm. XXXYIII, 290. Dingl. pol. J.CCVII, 83. Wagn. Jaliresber., 1873, 404.