732 Gruppe III. Chemische Industrie.
setzen und gut umzurühren. Nach 24 Stunden habe man das schönsteChromroth.
Für die Herstellung eines schönen Chromroths ist es nach Habich 1 )wichtig, dass man der Itrystallisation Vorschub leistet. Die / verschie-denen Nuancen von dem dunkelsten Zinnoberroth bis zur mattenMennigfarbe unterscheiden sich nach ihm nur durch die Grösse derKrystalle. Zerreibt man Chromroth von den verschiedensten Nuancenzu einem gleichförmig feinen Pulver, so resultirt bei allen ein Productvon gleicher Dunkelheit, die brillante mit dem Zinnober wetteiferndeFarbe ist verschwunden. Es ist daher wichtig, jede Störung derKrystall-bildung zu verhindern.
Das Chromorange des Handels wird entweder durch Vermischenvon Chromroth mit Orange, durch Behandlung von Chromgelb mitKalkmilch oder auch durch Fällen von Bleiacetat mit Kaliumbichro-mat unter einem zur Ueberführung in Koth nicht hinreichenden Zusatzvon Kali dargestellt.
Fanzoy 2 ) empfiehlt zu dem nach seiner oben besprochenen Me-thode erhaltenen und mit Salpetersäure behandelten Bleichlorid anstattdes bei der Gelbbereitung angewendeten Alauns eine Lösung vonNatriumcarbonat zu nehmen und dann mit Kaliumbichromat zu be-handeln.
Faudel 3 ) hat im Anschluss an seine Untersuchung über dasChromgelb auch eine Vorschrift für die Bereitung von Orange ge-geben. Ein Chromgelb mit starkem Stich ins Orange stellt man nachihm dar, indem man 10 Thle. Bleiacetat in 10 Thln. heissem Wasserund ebenso in einem zweiten Gefässe 3‘8 Thle. Kaliumbichromat in10 Thln. heissem Wasser auflöst, dieser zweiten Lösung vorsichtig3'6 Thle. krystallisirte Soda zufügt, dann, wenn Alles sich gelöst hat,unter Umrühren die zweite Lösung in die erste giesst und das Ganzenoch i/a Stunde lang durchkochen lässt. Weniger empfehlenswertherschien die Darstellung von Orange mittelst Bleiacetat und Bleiglätte.Die Bleiglätte löst sich nämlich nur sehr langsam und schwierig inder Bleiacetatlösung, und man ist nie recht sicher, wann und ob einevollständige Lösung stattgefunden hat. Macht man aber die Blei-zuckerlösung mit Natronlauge basisch und fällt dann heiss mitKaliumchromat, so erhält man auf schnelle und sichere Weise feurigeund gut deckende Farben. Ein schönes Orange lässt sich erzielen,wenn man 10 Thle. Bleiacetat in 5 Thln. Wasser heiss löst und 13'5 Thle.Natronlauge von 1’082 Vol.-Gew. oder 6 p. C. Natrongehalt, sowiehinterher eine Lösung von 2’3 Thln. Kaliumbichromat in 2 Thln. heissemWasser und 8 Thln. Lauge zusetzt und gut durehkocht. Ein'noch
x ) G. E. Habich, Dingl. pol. J. CXL, 122. Wagu. Jahresber. 1856, 151.s ) Fanzoy, 1. c. s ) Eaudel, 1. c.