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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

kalkgliiser. Die Annahme, dass man in den Glassätzen der gesammtenMenge der Alkalien Barytverbindungen substituiren könne, welcherman namentlich früher häufig begegnete, hat dagegen Benrath nichtvollkommen bestätigt gefunden. (Vergl. auch S. 528 d. Ber.)

Das z. B. von Peligot erwähnte in J3t. Gobain fabricirte undvon Benrath nochmals dargestellte und untersuchte Glas, dessen Zu-sammensetzung durch die Formel Ca 3 BaSi(jOi 5 ausgedrückt wird, er-wies sich zwar leicht schmelzbar, hatte ein hohes Volumgewicht, besassaber wie die Alkalibleigläser die Neigung, streifig zu werden underwies sich wenig widerstandsfähig bei der Einwirkung chemischerAgentien. Schon verdünnte Salzsäure z. B. entzog dem Glase nachkurzer Zeit sehr beträchtliche Mengen Baryt. Diese letztere Eigenschaftzeigten alle untersuchten Gläser dieser Art. Setzte man mehr Kiesel-säure hinzu, als es das Bisilicat R" Si 0 3 verlangt, so entstandenSchwierigkeiten in der Herstellung; das Glas wurde zu schwerschmelz-bar und blieb immer streifig. Der Baryt ist danach nicht geeignet, dieAlkalien vollständig bei der Glasfabrikation zu ersetzen.

Endlich untersuchte Benrath x ) auch die Alkalikalkbarytgläser(halbkrystallähnlich) von Neuem. Er glaubt diesen Sorten alsbilligen Vertretern der leichteren Krystallsorten ein günstiges Pro-gnostiken stellen zu können. Die Gläser von der ZusammensetzungNa 2 CaBa Si 9 0 3i sind zwar etwas schwerer schmelzbar als Alkalikalk-gläser, entglasen aber selbst bei langsamem Abkühlen nicht und sindunempfindlich gegen Rauch, welche vortheilhafte Eigenschaft die blei-haltigen Gläser nicht besitzen. Weder durch Verminderung des Alkali-gehaltes noch durch Erhöhung des Alkali-, Baryt- oder Kalkgehalteskonnten brauchbare Gläser erhalten werden. Es ist somit der Baryt-zusatz" an gewisse Grenzen gebunden.

Wie schon angedeutet, versuchte man, auch die lästigen Neben-producte der Kryolithsodaindustrie bei der Glasfabrikation in geeigneterWeise zu verwerthen. ; '

Combe u. Wright * 2 ) empfehlen Kieselfluorcalcium und Kiesel-fluorbarium als Ersatz des Kalkes und Kieselfluorkalium als Ersatzder Pottasche, welche Vorschläge jedoch F. Stolba 3 ) wegen der lästigenEntwickelung von Fluorsilicium für ungeeignet hält; E. Richters 4 )dagegen befürwortet die Anwendung des Fluorcalciums. Die Resultate,welche er mit demselben auf einer schlesischen Hütte erzielt hat, sindsehr beachtenswerth. Er ersetzte nicht nur den Kalk vollständig durchFluorcalcium, sondern fand auch, dass man bei Anwendung desselben

!) Benrath, Glashütte. 1872, No. 16. 61. Wagn. Jahresber. 1872, 395:

2 ) Combe und Wright, Gen. industr. 1864. Janv. 50. Wagu. Jahresber.

1864, 310. 3) F. Stolba, J. f. prakt. Chem. IYC, 54. Wagn. Jahresber.

1865, 420. 4 ) E. Sichters, Dingl. pol. J. CXCI 301. Wagn. Jahresber.

1869, 333.