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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Ueber Zusammensetzung und Darstellung des Glases. 713

liebt findet wiederum eine Oxydation des Manganoxyduls statt und diesebewirkt die Herstellung der ursprünglichen Farbe. Schliesslicb machtFlagey noch auf die Anwendung von Nickel an Stelle von Manganaufmerksam. Durch Nickeloxydul erzielt man eine gleichbleihendereFärbung, freilich spielt die, dadurch hervorgerufene Nuance leicht insBräunliche und verleiht dem Glase ein düsteres Aussehen.

Fabrikation des Glases.

Was nun den eigentlich praktischen Theil der Darstellung desGlases anbe'trifft, so bemerkt man in neuerer Zeit zunächst das Bestre-ben, billigere Materialien als Flussmittel, also als Ersatz der Alkalieneinzuführen. Einmal sind es Barytverbindungen, ein anderes MalFluorsalze, welche letztere, so lästige Abfälle sie auch bei der Kryolithsoda-fabrikation sind, in der Glasindustrie doch eine wichtige Rolle spielen.

Betreffs der Einführung des Barytes in der Form von kohlen-saurem und schwefelsaurem Barium finden sich folgende Notizen:

Einige Hütten Frankreichs und Belgiens sollen schon früher Schwer-spath verarbeitet haben, doch sind die Mittheilungen darüber ziemlichdürftig. Peligot 1 ) erwähnt zwar einige in St. Gobain ausgeführteVersuche zur Herstellung eines alkalifreien Barytglases mittelst künst-lichen kohlensauren Bariums, macht aber keine näheren Mittheilun-gen, sondern spricht nur die Ansicht aus, dass das kohlensaure Bariumsich möglicherweise als Flussmittel Eingang verschaffen werde.

P. Flamm 2 ) theilt mit, dass auch Schwerspath vielfach Verwen-dung finde und dass der Zusatz bis auf 15 p. C. von der Sandmenge ge-steigert, der von Natriumsulfat aber um 7 p. C. verringert werden könne.

Jeanne 3 ) giebt zwar Glassätze' aus schwefelsaurem Barium an,Benrath bezweifelt jedoch deren erfolgreiche Anwendung in derPraxis.

Am eingehendsten hat Benrath 4 ) die Verwendbarkeit des Barytesdurch praktische Versuche und wissenschaftliche Untersuchungen studirtund seine Resultate in einer Broschüre veröffentlicht. Hiernach lassensich Gläser, deren Zusammensetzung den Formeln NaaBaSigOi^ resp.K 2 Ba Sie Oi^ nahezu entspricht, welche also dem guten Tafelglas desHandels analog zusammengesetzt sind, sowohl aus kohlensaurem alsaus schwefelsaurem Barium herstellen. Sie schmelzen leichter, habenein höheres Volumgewicht und einen grösseren Glanz als die Alkali-

b Peligot, Annal. d. Conserv. 1862, 441. Benrath, Barytgläser 7.

2 ) P. Flamm, Yerrier d. XIX, siede 1863, 51. Benratli, Barytgläser 8.8 ) Jeanne, Monit. scientif. 1868, 1042. D. Industr. Ztg. 1861, 519. Wagn.

Jahresber. 1868, 369. 4 ) H. E. Benrath, Beiträge z. Chem. d. Glases

Dorpat, C. Mattiesen 1871.