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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die Erfahrungen von Gaffield *), wonach alle Gläser, mit Aus-nahme bleihaltigen Krystallglases und eines optischen Glases, nacheinjähriger Einwirkung des Lichtes ausser der Nuancirung nach Gelbund Purpur auch eine solche nach Gelbgrün, Blaugrün undBlau zeigten,bestätigten die Ansicht von Bontemps noch weiter und veranlasstenihn zu folgenden Schlüssen 1 2 ):
Der Uebergang der weissen Farbe des Glases durch Sonnenlichtin eine gelbe und später blaue oder violette ist eine combinirteWirkung der Oxyde des Mangans und des Eisens. Eisenöxydulfärbt das Glas blau, Oxyd jedoch gelb; die grüne Farbe ist somiteine Mischung beider. Durch Sonnenlicht wird zunächst das Eisen-oxydul oxydirt, das grüne Glas wird somit gelb. Durch weiter-gehenden Einfluss des Lichtes wird auch das immer vorhandene zumEntfärben der ursprünglichen Glasmasse absichtlich hinzugesetzteMangan oxydirt. Das dadurch entstehende Yiolett giebt mit demGelb des Eisens die zwiebelrothe Färbung, die endlich durch nochlängere Einwirkung des Sonnenlichtes in ein deutliches Yiolett übergeht.
In wie weit derartige Speculationen eine wirkliche Berechtigungbesitzen, kann noch nicht entschieden werden. C. Flagey 3 ) ver-sagt den angeführten Ansichten seine Zustimmung und glaubt sogar,dass sie im directen Widerspruch mit den Ergebnissen der Praxisstehen. Da man guten Glassätzen stets Natronsalpeter hinzufügt unddie verhältnissmässig geringe Menge des vorhandenen Eisenoxyduls durchden Sauerstoff des letzteren Salzes bereits vollständig oxydirt wird, so kannnach Flagey’s Meinung von einer Reduetion der Oxyde des Mangansauf dem angegebenen Wege nicht wohl die Rede sein. Ausserdem istdas Manganviolett ein sehr rothes Yiolett, welches wohl mit Grünaber, nicht mit Gelb eomplementär ist. Zur Erzeugung eines farblosenNatronglases ist stets Kobaltoxyd erforderlich, da das Natronglasbekanntlich immer etwas gelber als das Kaliglas ist. Während bei die-sem Manganoxyd ausreicht, um die blaugrüne Färbung zu verdecken,giebt bei jenem das Roth violett des Manganoxydes mit dem Gelb gründes Glases ein röthliches Gelb, welches durch das complementäre Blaudes Kobaltoxydes beseitigt wird. Das Erscheinen der rothvioletten Farbedurch Sonnenlicht giebt Flagey zu und erklärt diese Thatsache durcheinen zu hohen Mangangehalt des Glases, dessen ursprünglich rotheFarbe durch Umrühren mit frischen Holzstangen, d. h. durch Reduc-tion des im Ueberschuss vorhandenen Manganoxyds zu Oxydul zumVerschwinden gebracht sei. Durch Aufnahme von Sauerstoff am Sonnen-
1 ) Gaffield, Teclmologiste 1868, 241. Dingl. pol. J. CXCI, 81.
Wagn. Jaliresber. 1868, 371. 2 ) Bontemps, Compt. rend. LXIX.
1075. Dingl. pol. J. CXCV, 64. Wagn. Jaliresber. 1870, 270. s ) Flagey,
Annal. d. Gen. civil 1869, Oct. 732. Polyt. Centralbl. 1870, 608. Wagn.Jaliresber. 1870, 273.