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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

ohne dass schon im Schmelzofen beim Abkühlen des Glases, währendder Bearbeitung desselben, oder im Streck- und Kühlofen Entglasungein tritt.

4. Ein so geringer Thonerdegehalt, wie ihn die besseren Glas-sorten des Handels zeigen, ist für den Werth des Glases, sowie für seineHerstellung praktisch bedeutungslos. Das Verhältniss der einzelnenBestandtheile der verschiedenen Glassorten zu. dem Verhältniss derBestandtheile des Normalglases ist nun folgendes:

1. Das gegossene Spiegel-und Fensterglas, excl. der kalkarmen Gläser,ist ein durch einen geringen Ueberschuss von Flussmitteln weichergestimmtes Normalglas.

2. Dasselbe gilt von gutem geblasenen Fensterglas.

3. Weiss-, Hohl- und Schleifglas enthält neben Normalglas Thon,Sulfat, überschüssiges kieselsäures Alkali (Trisilicat) und' freiesAlkali, oder statt des Alkaliüberschusses einen Kieselsäureüber-schuss.

4. Das halbweisse Glas, welches zu niederen Tafel- und Hohlglas-sorten vielfach Verwendung findet, ist nur ein Uebergang vomWeissglas zum ordinären Hohlglas und wird gewöhnlich aus un-reineren Materialien als ersteres erzeugt.

Im Anschluss an die Untersuchung der Constitution der bleifreienGläser versuchte Benrath ] ), auch die bleihaltigen Gläser in derselbenWeise zu definiren.

Aus diesen Untersuchungen ergiebt sich für das Krystall- undFlintglas, dass das Normalglas wie folgt zusammengesetzt ist:

5 (K 2 (Na 2 ) Si s 0 7 ) + 7 (Pb Si 3 0 7 ),welche Formel der bereits erwähnten des Halbkrystallglases* 5(K 2 Si 3 0 7 ) -f 7(CaSi 3 0 7 )

durchaus entspricht.

Die allgemeine Formel für das Normalglas nimmt danach folgendeGestalt an:

5 [K 2 (Na 2 ) Si 3 0 7 ] -f 7 [Ca (Pb) Si 3 0 7 ].

Auch hier versuchte Benrath eine Classification der verschie-denen Krystallglassorten in Bezug auf den Gehalt an. Normalglas, über-schüssigem Blei- oder Kalitrisilicat etc. Die Abweichungen von demNormalen bezwecken entweder die Erhöhung des Volumgewichtes oderdie Vermehrung der Resistenzfähigkeit (Sandzusatz).

Im Vorhergehenden sind die Versuche geschildert, auf dem Wegeder Analyse zu einer klareren Erkenntniss der Constitution des Glaseszu gelangen. Ein anderer weniger directer Weg zur Erreichung die-ses Zieles ist das Studium des eigenthümlichen Vorganges, welchen wirals Entglasung bezeichnen.

*) Benrath, Polyt. Centralbl. 1868, 602; Wagn. Jahresber. 1868, 381.