Ueber Zusammensetzung und Darstellung des Glases. 70B
der Rohmaterialien stammen und in der Form von Thon unverändertin das Glas übergehen. Er berechnet daher die vorhandenen Oxyde desEisens und Aluminiums auch als Thon und bringt von dem Gesammt-gelialt des Glases an Kieselsäure eine den soeben erwähnten Oxydenentsprechende, zur Bildung von Thon erforderliche Menge in Abzug.Unter Berücksichtigung dieses Verhältnisses gelangt er bei der Betrach-tung der Analysen kalkreicher Gläser älteren Datums zu den folgendenResultaten und sucht dadurch zugleich die Berechtigung der bereits an-geführten, von ihm. für das Normalglas aufgestellten Formel darzulegen.
Er findet: 1. dass alle guten Gläser einen relativ, hohen Kälk-
gehalt haben, dass sie auf -f- 3 Aeq. Kalk etwa -f- 2 Aeq. Kali oderNatron, die sich gegenseitig vertreten können, enthalten, oder dassder Gehalt an den soeben genannten Basen innerhalb der durch diesesVerhäftniss gegebenen Grenzen liegt;
2. dass, wenn bei äusserlich gleichem Verhalten zweier Probendie eine sich einmal kalkreicher als die andere erweist, die erstere so-wohl der Resistenzfähigkeit als auch der Gestehungskosten wegenvorzuziehen ist und dass daher die Annahme der Zusammensetzung:
[5 Na 2 (K 2 ) Si ;) 0 7 ] + 7 (Ca Si a 0 7 )für das Normalglas berechtigt erscheint;
3. dass bei Annahme der durch diese Formel ausgedrückten Zu-sammensetzung als normaler die betrachteten praktisch gut befundenenGläser auch von theoretischen Standpunkten als gute erscheinen, da sienach den vorliegenden Analysen 87'5 bis94‘5 p. C. Normalglas enthal-ten und mit Ausnahme eines von Dumas untersuchten Bechers deut-lich erkennen lassen, dass Abweichungen von der obigen Zusammen-setzung nur bezweckt haben, das Glas leichter schmelzbar zu machen.
Die Untersuchung kalkarmer Gläser fühi’te Benrath zu folgen-den Sätzen:
1. Abgesehen vom ordinären Flaschenglase und einzelnen alsschlecht anerkannten Proben nähert sich das bleifreie Glas in seinerZusammensetzung einerseits der Formel:
• 5 [Nag (K s ) Sia 0 7 ] + 7 (Ca Si* 0 7 ),
anderenteils der Formel:
5(Na 4 Si 7 0 16 ) + 2(Ca 2 S 7 0 16 ). -
Von diesen Gattungen wird die erste namentlich in Venedig, Böhmenund Deutschland, die andere hauptsächlich in Frankreich und Englandfabricirt.
2. Das kalkreichere Glas ist geeigneter den gerechten Anforde-"rungen des Publicums, welches grösstmögliche Härte, Elasticität undResistenz gegen chemische Agentien verlangt, nachzukommen.
3. Die Formel 5 [Na 2 (K 2 ) Si 3 0 7 ] -(- 7(CaSi s 0 7 ) giebt die nachden bisherigen Erfahrungen zulässigen Maximalwerthe für Kieselsäureund Kalk in gutem Glase, die nicht wohl überschritten werden können,
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