Porzellan - Industrie.
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zu Kapseln und feuerfesten Steinen für die Porzellanfabrikation eben-falls von allergrösster Bedeutung sind, einer eingellenderen Prüfungunterwerfen. Der Werth eines Thones beruht bekanntlich auf Feuer-festigkeit und Bindekraft. Um diesen Werth zu bestimmen, begnügteman sich früher damit, einen Schluss zu ziehen aus den durch dieAnalyse gefundenen Resultaten und nahm denjenigen Thon für denbesten, welcher die geringste Menge Flussmittel enthielt. Da nun aberz. B. chemisch gebundene Kieselsäure im Feuer ganz anders wirkt, wiemechanisch beigemengte, da es ferner darauf ankommt, in welcherVerbindung die Flussmittel im Thone enthalten sind, so traf es sichhäufig, dass das durch die Analyse gefundene Resultat mit dem Ver-halten in hoher Temperatur im Widerspruche stand. Da man nunauch in Ermangelung zuverlässiger Pyrometer den Schmelzpunktschlecht bestimmen konnte, so war das Bedürfniss nach einer Methode,durch welche man den Werth eines' Thones mit Sicherheit feststellenkönne, in hohem Grade fühlbar.
In neuerer Zeit haben vorzugsweise C. Bischof und Richtersunsere Kenntnisse über das Wesen der feuerfesten Thone bedeutend er-weitert. Ihre Arbeiten geben uns nicht allein den erwünschten Aufschlussüber die für die Porzellanfabrikation wichtigen Rohmaterialien, sondernzeigen gleichzeitig einen Weg an, die Massen, welche zur Erzeugungvon Thonwaaren nöthig sind, möglichst rationell zusammenzusetzen.Es ist deshalb hier wohl der Ort, bei diesen Arbeiten zu verweilen.
Um den Werth eines Thones zu bestimmen, machte Bischof 1 ),gestützt auf die Erfahrung, dass ein Thon um so strengflüssiger ist, jegeringer die Menge Quarz, welche er bei Gussstahlschmelzhitze in Flusszu bringen vermag, zunächst den Vorschlag, die Thone durch Zusatzvon Kieselsäure gleichsam zu titriren. Er versetzte kleine abgewogeneMengen der Thone mit verschiedenen Quantitäten von Quarz, formteaus diesen Gemischen kleine Cylinderchen, setzte diese der Schmelz-hitze des Gussstahls aus und ermittelte, wie viel Quarzzusatz ein Thonbedürfe, um bei dieser Temperatur ein gleiches Verhalten zu zeigenmit einem Normalgemenge aus 1 Theil Garnkirkthon und 1 TheilQuarz. Er untersuchte nach dieser Methode, welche gleichzeitig denVortheil bietet, dass man vermittelst des Mischens mit Sand die Binde-kraft des Thones leicht feststellen kann, eine ganze Anzahl von Thonen.
Die Methode leidet indess an dem Fehler, dass die Beobachtungnur innerhalb einer eng begrenzten Temperatur stattfinden kann, so-bald diese eine Höhe erreicht, welche die zur Silicatbildung erforderlicheübersteigt, wirkt die Kieselsäure geradezu als Flussmittel und es istdaher oft schwierig, bei schwer schmelzbaren Thonen den gesuchtenPunkt zu treffen.
C. Bischof, Dingl. pol. J. CI,IX, 54, u. CLXI, 208.